in Vorarlberg
Wer die Entwicklung unseres Landes durch politische Verantwortung, wirtschaftliche Kraft, herausragendes gesellschaftliches Engagement, Innovationsgeist und langfristiges Denken prägt.
Dies ist die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Region, die mit ihrem Einfluss die Wirtschaftslandschaft Vorarlbergs vorantreiben.
Zur Liste der Top 100An Markus Wallner führt in Vorarlberg weiterhin kaum ein Weg vorbei. Zwar ist der Landeshauptmann in seinem 15. Amtsjahr parteiintern so umstritten wie noch nie, doch Kritik wird von den Parteifreunden nur hinter vorgehaltener Hand geäußert. Offensichtliche Ambitionen aus der schwarzen Regierungsriege oder dem weit verzweigten Partei- und Kammerapparat, selbst nach dem Chefsessel zu greifen, sind nicht zu erkennen. Auch strategisch hat Wallner nach dem schlechtesten Wahlergebnis der ÖVP in Vorarlberg geschickt agiert: Der Austausch der oft aufmüpfigen Grünen auf der Regierungsbank, gegen die bei der letzten Landtagswahl erstarkten Freiheitlichen, erweist sich für ihn und die ÖVP als goldrichtige Entscheidung. Die Blauen geben sich als ausgesprochen pflegeleichter Koalitionspartner und halten sich bei heiklen Themen - von wachsender Bürokratie über die umstrittene Spitalsreform bis hin zu Affären wie dem Führerscheinskandal - auffallend zurück. Das stabilisiert Wallners Machtbasis zusätzlich. Die Spitzenposition im Ranking behauptet der Frastanzer nicht zuletzt auch deswegen, weil er bei den zentralen politischen Themen die Fäden weiter in der Hand hält. Ob Gesundheit, Soziales oder die zunehmend angespannte Lage der hoch verschuldeten Gemeinden, Wallner bleibt der entscheidende Player.
Auch die Spitzenposition von Franz Rauch bleibt unverändert. Der "Patron" der Familie Rauch ist nach wie vor der mächtigste Wirtschaftsplayer des Landes. Mit internationaler Reichweite, weit verästelten Netzwerken in Wien, aber auch starker regionaler Verankerung prägt er nicht nur Märkte, sondern beeinflusst auch Standortentscheidungen. Bei wichtigen Personalentscheidungen, wie der Bestellung der neuen Illwerke-Vkw-Vorständin Anna Jasper-Martens, sitzt er als einflussreichster Aufsichtsrat mit am Tisch. Die Platzierung zeigt, dass seine Rolle weiterhin zu den verlässlichen Machtpositionen im Land zählt.
Philipp und Martin Blum führen den unangefochtenen Weltmarktführer und damit auch den wichtigsten industriellen Player und größten Arbeitgeber Vorarlbergs (6950 Beschäftigte). Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 10.000 Menschen. Der Einfluss der Cousins reicht weit über das eigene Unternehmen hinaus, weil die Innovationskraft und offensive Investitionspolitik auch ein Garant für zahlreiche weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern sind. Seit mittlerweile sieben Jahren führen die "jungen Blums" das Unternehmen wie die Vorgängergenerationen zielstrebig, unaufgeregt und mit hoher Innovationskraft. Zudem ist Blum ein Arbeitgeber, der eine hohe soziale Verantwortung vorlebt.
Der Dornbirner Unternehmer macht in den Top 10 den größten Sprung nach vorne. Wie kein anderes familiengeführtes Unternehmen glaubt die Familie Drexel an eine Zukunft des lokalen Handels in Vorarlberg, wenn die Rahmenbedingungen für die Kunden attraktiv sind. Daher investiert die Familie in den kommenden Jahren mindestens 200 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung des Messeparks, um weiterhin nicht nur die Vorarlberger Kundschaft zu bedienen, sondern auch kaufkräftiges Publikum aus den Grenzregionen anzuziehen. Der Baustart – bei laufendem Betrieb - ist in diesem Jahr erfolgt, die Fertigstellung in mehreren Bauetappen ist für 2028 geplant. Etwa 50 Prozent des Bauvolumens konnte an heimische Unternehmen vergeben werden. Der Messepark ist aber nur das „Flaggschiff“ der Familie. An rund 100 Spar-Standorten in Vorarlberg finden 3.700 Mitarbeitende Arbeit. Auch hier zeigt sich der Einfluss und der Familie Drexel (oder von Guntram Drexel).
Der Wahlsieger der letzten Landtagswahlen hat als Landesstatthalter der schwarz-blauen Koalition in den letzten zwei Jahren stark an Einfluss gewonnen. War er als Oppositioneller oft laut und angriffig, ist er in Regierungsverantwortung deutlich ruhiger geworden, bei heiklen Themen oft gar schweigsam. Dafür sitzt er jetzt im "Zentrum der Macht", spielt bei allen politischen Entscheidungen eine wichtige Rolle. Mit der ÖVP pflegt der Brandnertaler als Juniorpartner in der Regierung einen Kuschelkurs, ein starker Veränderungswille ist auch beim 35-Jährigen nicht zu erkennen. Als FPÖ-Obmann wird er aber weiter alles unternehmen, seine Partei für die kommende Landtagswahl in jene Position zu bringen, die ÖVP ein erstes Mal hinter sich zu lassen. Es herrscht gewissermaßen die Ruhe vor dem Sturm. Ziel von Bitschi bleibt der Landeshauptmannsessel.
Immer öfter wird der Harder in den eigenen Reihen als logischer Nachfolger von Markus Wallner gehandelt, obwohl der Wirtschaftslandesrat wenig sichtbare Impulse zur Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes setzt. Aber der "Langzeitkämmerer" (2005 bis 2019), der nie in der Privatwirtschaft tätig war, ist Politprofi durch und durch. Tittler macht keine schweren Fehler, hat keine Feinde unter den "Parteifreunden" und gibt sich bei öffentlichen Auftritten rhetorisch gewandt und selbstbewusst. Als Wirtschaftslandesrat führt er in Zeiten massiver Veränderungen eines der zentralen Ressorts. Damit steigen aber auch die Erwartungen der heimischen Wirtschaftskapitäne an ihn, bürokratische Hindernisse zu beseitigen und damit den Wirtschaftsstandort Vorarlberg von unnötigem regulatorischem Ballast und verhinderbaren Mehrkosten zu befreien.
Als Diözesanbischof prägt Benno Elbs seit 2013 die katholische Kirche in Vorarlberg mit seinem ausgeprägt dialogorientierten, den Menschen zugewandten Stil, der ihn von seinen beiden Vorgängern Klaus Küng und Elmar Fischer stark unterscheidet. Über die Kirchengrenzen hinaus gilt Elbs als moralische Autorität im Land, die bei gesellschaftlichen und sozialen Fragen Haltung zeigt. Der Einfluss des viele Jahre auch als Psychotherapeut wirkenden Langeneggers reicht weit über Religiöses hinaus und macht ihn zu einer respektierten Stimme im öffentlichen Diskurs. Im Vergleich zum Vorjahr verliert der Landesbischof drei Plätze, was aber vor allem dem stark sinkenden Einfluss der katholischen Kirche, auch in Vorarlberg, zuzuschreiben ist.
Der Harder zählt seit Jahrzehnten zu den zentralen Figuren der Industrie im Land. Wer in globalen Märkten äußerst erfolgreich agiert, gleichzeitig stark am Standort Vorarlberg verankert ist und in verschiedenen Bereichen substanziell investiert, bleibt ein Machtfaktor. Die leichte Zurückreihung begründet die Jury mit der in den letzten Jahren erfolgreichen Staffelübergabe an die nächste Generation, die immer mehr Verantwortung übernimmt.
Noch nie in der Geschichte Vorarlbergs war der Einfluss der Verwaltung so groß wie heute. Karl Fenkart steht exemplarisch für die oft unterschätzte Macht der Bürokraten. Er wirkt dort, wo Einfluss selten sichtbar wird. Als Leiter der Vermögensverwaltung des Landes bewegt er an einer diskreten, aber zentralen Schaltstelle Geld, nimmt Einfluss auf die konkrete Ausgestaltung von Landesbeteiligungen und beeinflusst auf verschiedenste Art strategische Entscheidungen des Landes. Leise, aber mit enormer Hebelwirkung. Kein Landespolitiker kommt an ihm vorbei.
Erstmals ist mit der Gesundheits- und Soziallandesrätin eine Frau in die Top 10 vorgestoßen. Die gebürtige Tirolerin, die vor 30 Jahren in Andelsbuch eine neue Heimat gefunden hat, leitet das "Superressort" in Zeiten des Sparzwangs und hat bei der Bewältigung der großen Brocken Gesundheit, Soziales und Pflege ihr typisches Lächeln noch nicht verloren, obwohl sie selten gute Botschaften für die Gemeinden und deren Bürger zu verkünden hat. Auch in den kommenden Jahren werden enormer Kostendruck, der fortschreitende Fachkräftemangel, unter anderem beeinflusst vom demografischen Wandel, Schlüsselthemen im Land bleiben. Ihr Standing in der eigenen Partei ist durch ihr Auftreten in den politischen Krisen (Stichwort Bereinigungen in der Spitalslandschaft) im letzten Jahr gewachsen, auch wenn es in der Öffentlichkeit über die Rollenverteilung zwischen ihr und dem Landeshauptmann verschiedene Wahrnehmungen gibt. Viele in der Partei erinnern sich auch noch an die Zeit, als sie Landeshauptmann Markus Wallner in seiner krankheitsbedingten Auszeit als ÖVP-Parteivorsitzende vertrat. Rüscher ist damit eine der wichtigsten Personalreserven in der Partei, wenn es um höhere politische Weihen geht.
Einen großen Sprung nach vorne macht Jürgen Rauch. Der Fruchtsaftunternehmer und größte Red-Bull-Partner führt den Rankweiler Familienbetrieb, in dem er vor über 20 Jahren seinem Vater Franz als CEO gefolgt ist, zu Rekordergebnissen, kratzte im letzten Geschäftsjahr an der 2 Milliarden-Euro-Umsatzgrenze. Damit hat Jürgen Rauch (Jahrgang 1967) den Umsatz seit 2019, als zum 100-jährigen Firmenjubiläum erstmals die Milliardengrenze überschritten wurde, fast verdoppelt. Das Familienunternehmen, dessen Säfte in über 100 Ländern weltweit verkauft werden, ist trotz fortschreitender Internationalisierung einer der wichtigsten Arbeitgeber des Landes (1218 Beschäftigte in Vorarlberg, weltweit gut 3200) mit einer hohen Standorttreue.
Markus Comploj baut seinen Einfluss weiter aus und rückt in der aktuellen Liste um einen Platz nach oben. Die Top 10 sind nicht mehr weit. Als wichtige Stimme der Industrie im Land positioniert sich der Bludenzer klar in wirtschaftspolitischen Fragen und gewinnt zunehmend Gewicht. Dem Spartenobmann der Industrie in der Vorarlberger Wirtschaftskammer werden künftig auch größere Rollen zugetraut, nicht nur in den Interessenvertretungen, sondern darüber hinaus. Immer wieder fällt sein Name, wenn es um mögliche Quereinsteiger in der Landespolitik geht. Aber unabhängig von eigenen Ambitionen und Zurufen von außen bleibt er vor allem ein zentraler Arbeitgeber im Oberland und damit eine Schlüsselfigur für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg.
Josef Moosbrugger behauptet sich im Ranking weiterhin auf hohem Niveau und bleibt eine der konstantesten Größen unter den einflussreichen Persönlichkeiten des Landes. Zwar verliert er leicht an Boden und büßt einen Rang ein, an seiner grundsätzlichen Stellung ändert das jedoch wenig. Als Vertreter einer klassischen Interessenpolitik verkörpert Moosbrugger nach wie vor den Typus des "Interessenvertreters alter Schule". Seit Jahrzehnten prägt er die Agrarpolitik maßgeblich – sowohl in Vorarlberg als auch auf Bundesebene. Seine Rolle als Stimme der Landwirtschaft ist unangefochten. Auch die jüngsten Landwirtschaftskammerwahlen bestätigen die stabile Machtbasis: Trotz leichter Verluste bleibt der Bauernbund unter seiner Führung mit gut 77 Prozent der Wählerstimmen klar dominierende Kraft, Moosbrugger selbst wurde erneut einstimmig im Amt bestätigt.
Brigitte Eggler-Bargehr zählt weiterhin zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des Landes, steigt im Ranking um zwei Plätze. Dennoch verliert sie eine symbolisch wichtige Position: Als bislang höchstgereihte Frau wird sie heuer abgelöst. An ihrer tatsächlichen Bedeutung ändert das wenig. Seit 2015 steht Eggler-Bargehr an der Spitze des Landesrechnungshofs und hat diese Funktion zu einer der zentralen Kontrollinstanzen im Land ausgebaut. Ihr Zugang ist dabei bewusst unaufgeregt, sachlich und faktenorientiert, Eigenschaften, die ihr über Parteigrenzen hinweg hohe Anerkennung sichern. Gerade in aktuellen Debatten zeigt sich ihre Rolle: Mit klaren, aber nüchtern formulierten Analysen, etwa zur angespannten Finanzlage der Gemeinden oder zu strukturellen Reformfragen wie Gemeindefusionen, setzt sie regelmäßig Impulse, ohne sich politisch vereinnahmen zu lassen. Eggler-Bargehr steht damit für eine Form moderner Kontrolle, die nicht auf Konfrontation, sondern auf Wirkung zielt. Ihre Kompetenz, ihre Unabhängigkeit und ihr breit akzeptierter Stil machen sie auch langfristig zu einer der wichtigsten Kontrollinstanzen im Land.
Jürgen Sutterlüty zählt zu den bemerkenswertesten Aufsteigern im Ranking. Er macht gleich sieben Plätze gut, obwohl er sich operativ längst aus dem eigenen Handelsunternehmen zurückgezogen und die Verantwortung an seinen Sohn Florian übergeben hat. Sein Einfluss speist sich heute weniger aus dem Tagesgeschäft, sondern vielmehr aus seiner Rolle als strategischer Investor und regionaler Impulsgeber im Bregenzerwald. In seiner Heimat fällt sein Name immer wieder, wenn es um größere Projekte und Entwicklungen geht. Als Investor ist er aktuell beim Erhalt des Skigebiets Schetteregg erfolgreich: Sutterlüty ist in dieser Diskussion der zentrale Akteur, wenn es um die Zukunft dieses Naherholungsangebots geht. Daher hält die Jury fest, dass sein Einfluss für die breite Öffentlichkeit zwar weniger sichtbar als früher, deswegen aber nicht geringer sei.
Bernhard Heinzle bleibt im Ranking stabil und verliert lediglich einen Platz. Der Präsident der Arbeiterkammer Vorarlberg sitzt politisch fest im Sattel und hat sich nach seinem Amtsantritt 2022 rasch als fixe Größe in der politischen Landschaft etabliert. Dabei war die Ausgangslage anspruchsvoll: Mit Hubert Hämmerle folgte er auf eine der prägendsten Figuren der Arbeitnehmervertretung, die die Kammer über 16 Jahre hinweg "dominierte". Doch Heinzle ist es gelungen, die großen Fußstapfen auszufüllen und der Institution auch eine eigene Handschrift zu geben. Immer wieder eckt er auch bei seinen Parteifreunden an. Inhaltlich bleibt er klar auf der Linie der klassischen Arbeitnehmerpolitik. Im Fokus stehen Themen wie Teuerung, Wohnen oder Verteilungsgerechtigkeit. Gleichzeitig sucht er bewusst die Zusammenarbeit innerhalb der Kammer und darüber hinaus, was ihm breite Zustimmung sichert.
Gerald Fleisch zählt zu den großen Verlierern im aktuellen Ranking, obwohl die Jury bereits vor der Entscheidung, dass Fleisch nur noch bis Ende 2028 der KHBG vorstehen wird, tagte. Fleisch gilt als loyaler Umsetzer der gesundheitspolitischen Linie des Landes, doch genau das wird ihm zunehmend zum Vorwurf gemacht: Kritiker sehen in ihm keinen aktiven Gestalter, sondern vielmehr einen Manager, der exekutiert, was politisch vorgegeben wird. Besonders angespannt ist das Verhältnis zu den Spitalsärzten. Die Ärztekammer wirft ihm seit Jahren vor, Probleme kleinzureden oder wegzuwischen, anstatt strukturelle Missstände konsequent anzugehen. Auch in aktuellen Debatten um die Neuordnung der Spitalslandschaft wird ihm Realitätsverweigerung und eine beschönigende Darstellung der Lage vorgeworfen. Tatsächlich steht das System unter Druck: Personalmangel, insbesondere in der Pflege, führt dazu, dass Betten leer bleiben und Operationskapazitäten nicht vollständig genutzt werden können. Gleichzeitig kommt es in einzelnen Abteilungen zu massiven Personalabgängen, was die Situation zusätzlich verschärft. Schwer auf seiner Bilanz lastet auch die Siemens-Affäre. Über Jahre hinweg konnten manipulierte Rechnungen und betrügerische Strukturen innerhalb der KHBG und externer Partner unentdeckt bleiben. Fleisch selbst sprach später von einem "zu hohen Vertrauen" in die bestehenden Systeme. Auch wenn die KHBG formal als Geschädigte gilt und die Aufarbeitung läuft, bleibt der Eindruck, dass Kontrollmechanismen über lange Zeit nicht ausreichend gegriffen haben.
Karlheinz Kopf zählt im aktuellen Ranking zu den großen Verlierern. "Klopfte" er im letzten Jahr noch bei den Top 10 an, büßte der ÖVP-Grande 2026 gleich sieben Plätze ein. Ein spürbarer Dämpfer in seinem ersten Jahr als Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Dabei war die Erwartungshaltung hoch. Kopf bringt wie kaum ein anderer umfassende Erfahrung aus Bundespolitik und Interessenvertretung mit: Jahrzehntelang vertrat er Vorarlberger Wirtschaftsinteressen in Wien, zuletzt als Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich. Mit diesem Hintergrund sollte er der Kammer rasch neues Gewicht verleihen. Allerdings verlief der Start auch nicht frei von Skepsis. Kritiker bemängelten bereits bei seiner Bestellung, dass die Entscheidung für einen 68-Jährigen an der Spitze der Kammer ein fragwürdiges Signal sende – insbesondere in einer Phase, in der sich die Wirtschaft in einem markanten Umbruch befindet und verstärkt nach Erneuerung verlangt. Inhaltlich setzt Kopf auf klassische wirtschaftspolitische Themen: Entlastung der Betriebe, Bürokratieabbau und eine stärkere Durchsetzungskraft gegenüber der Politik. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass es ihm bislang nur bedingt gelingt, diese Agenda auch in sichtbaren Einfluss umzusetzen.
Michael Doppelmayr gehört zu jenen Persönlichkeiten, deren Einfluss sich weniger über öffentliche Präsenz als über unternehmerischen Erfolg definiert. Persönlich tritt er kaum in Erscheinung, Interviews oder pointierte Wortmeldungen sind selten geworden. Umso präsenter ist sein Unternehmen: Die Doppelmayr-Gruppe (knapp 3800 Mitarbeiter) zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Seilbahnsystemen und erschließt längst nicht mehr nur alpine Skigebiete. Das Unternehmen steht längst auch für urbane Mobilitätslösungen. Von Lateinamerika bis Asien entstehen Seilbahnprojekte, die Städte vernetzen und neue Maßstäbe im öffentlichen Verkehr setzen. Dieser internationale Erfolg strahlt direkt auf den Standort Vorarlberg ab. Doppelmayr bleibt mit seinem Unternehmen fest in der Region verankert und ist ein zentraler industrieller Leitbetrieb (1709 Mitarbeiter in Vorarlberg). Gleichzeitig engagiert sich Michael Doppelmayr persönlich weiterhin für den Wirtschaftsstandort und insbesondere für seine Heimatgemeinde Wolfurt. Auch in Schetteregg ist dies sichtbar, wo er als Eigentümer des größten Hotels zu den stillen, aber prägenden Kräften zählt. Sein Einfluss ist damit leise, aber substanziell: weniger über öffentliche Positionierung, dafür über wirtschaftliche Stärke, Innovationskraft und regionale Verbundenheit.
Uta Bachmann bleibt eine der einflussreichsten Frauen im Land und ist die dritthöchstgereihte im Ranking. Die erste Landespolizeidirektorin Österreichs gilt als Führungspersönlichkeit, die ihren Apparat fest im Griff hat. Ihr Stil ist unaufgeregt, sachlich und auf Stabilität ausgelegt. Öffentlich tritt Bachmann vergleichsweise selten in Erscheinung, große Inszenierungen liegen ihr fern. Doch gerade diese Zurückhaltung wird intern wie politisch geschätzt: Sie führt die Polizei mit ruhiger Hand und sorgt für Kontinuität in einem sensiblen Bereich. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen die Zahlen. Vorarlberg weist seit Jahren eine der höchsten Aufklärungsquoten im Bundesvergleich auf. Bereits zum zehnten Mal in Folge liegt sie über 60 Prozent, zuletzt bei 63,6 Prozent. Das ist der Spitzenwert in Österreich.
Die Jury hatte ihre Entscheidung bereits getroffen, als Daniel Allgäuer Ende Mai seinen Rückzug aus der Landesregierung bekannt gab. Als Landesrat hatte er sich selten in den Vordergrund gedrängt. Politikmarketing lag ihm fern, öffentliche Auftritte suchte er nur selten. Allgäuer gilt weniger als Gestalter denn als Verwalter. Doch gerade in dieser Rolle verstand er es, Macht auszuüben. Konflikten wich er dabei nicht aus, wie sein Streit mit dem Bludescher Bürgermeister zeigte. Zugleich kämpfte er erfolgreich für den Erhalt des Asylquartiers Gaisbühel – eine Position, die man nicht unbedingt von einem Freiheitlichen erwartet hätte. Gerade deshalb galt Allgäuer als wichtiges Bindeglied zwischen der FPÖ, dem Koalitionspartner ÖVP und den übrigen Parteien im Landtag. Auch FPÖ-Chef Christof Bitschi weiß, welchen Wert Allgäuer für das Funktionieren der schwarz-blauen Regierung hatte. Umso schwerer wiegt sein Abgang: Im Juli verlässt Allgäuer auch offiziell die Landespolitik, sein Nachfolger wird Klubobmann Markus Klien. Allgäuers Einfluss dürfte dennoch bleiben, wenn auch an anderer Stelle. Als Oberhaupt einer der größten Landwirtschaftsfamilien Vorarlbergs verfügt er weit über die Bauernschaft hinaus über ein starkes Netzwerk. Bitschi, der selbst von Allgäuers maßgeblicher Rolle bei seinem politischen Aufstieg spricht, wird auch künftig auf dessen Rat setzen. Und wer weiß: Die nächsten Bürgermeisterwahlen in Feldkirch kommen bestimmt. Vielleicht lässt sich Allgäuer noch einmal zur Rückkehr in die Politik bewegen. Es wäre nicht das erste Comeback.
Elmar Hartmann hat sich als Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg rasch als eigenständige Stimme etabliert. Er formuliert seine Positionen klar, direkt und ohne Umwege. Gerade gegenüber der Politik nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräfte oder den Wirtschaftsstandort geht. Gleichzeitig kennt er die Herausforderungen der Unternehmen aus eigener Erfahrung. Nach seiner Zeit bei Gantner widmet er sich heute verstärkt Beteiligungen und Investments in technologieorientierte Unternehmen. Sein Engagement etwa bei Identec Solutions zeigt, dass er nicht nur über Innovation spricht, sondern selbst unternehmerische Verantwortung übernimmt.
Bernhard Ölz gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Immobilien- und Quartiersentwicklung im deutschsprachigen Raum. Mit Prisma hat er ein Unternehmen aufgebaut, das längst weit über Vorarlberg hinaus tätig ist. Seine Projekte verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander verbunden werden. Aktuell entstehen neue Projekte in Österreich und Deutschland, gleichzeitig nimmt mit dem Start des Weiherviertels in Bregenz ein weiteres Vorhaben konkrete Formen an. Auch das erste Motel One der Landeshauptstadt geht auf diese Entwicklung zurück.
Hermann Metzler hat mit dem Garnmarkt in Götzis eines der bemerkenswertesten Stadtentwicklungsprojekte Vorarlbergs geschaffen. Heute gilt es vielerorts als Vorbild dafür, wie Ortszentren belebt und neu gedacht werden können. Während andere Städte mit Leerständen kämpfen, entstand in Götzis ein lebendiger Treffpunkt aus Wohnen, Arbeiten, Handel und Gastronomie. Die Bedeutung dieses Projekts wird mit den Jahren immer sichtbarer. Nicht zuletzt durch die Aufmerksamkeit weit über Vorarlberg hinaus. Metzler bewies früh den Mut, groß zu denken und Widerstände auszuhalten. Heute zeigt sich, wie nachhaltig diese Entscheidungen waren.
Hans-Peter Metzler gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der Bregenzer Festspiele. Seit 2012 steht er als Präsident an der Spitze des Festivals und begleitet dessen Entwicklung mit großer Kontinuität, strategischem Blick und einer außergewöhnlich engen persönlichen Verbundenheit. Sein Weg zu den Festspielen begann nicht erst in leitender Funktion. Schon in jungen Jahren war Metzler als Statist und Platzanweiser Teil des Betriebs, später engagierte er sich als Vorsitzender der Festspielfreunde, ehe er 2006 zum Vizepräsidenten bestellt wurde. Diese lange Nähe zum Haus gibt seiner Präsidentschaft besonderes Gewicht: Metzler kennt die Festspiele nicht nur als Institution, sondern auch aus ihrer inneren Logik, aus ihrer Geschichte und aus ihrer Bedeutung für die Region. In seine Amtszeit fielen wichtige Weichenstellungen. Nach der Ära David Pountney begleitete er die Neuausrichtung mit Intendantin Elisabeth Sobotka und verantwortete zuletzt auch den Übergang zur heutigen künstlerischen Leiterin Lilli Paasikivi. Damit steht Metzler für eine Führung, die auf Stabilität setzt, zugleich aber künstlerische Erneuerung ermöglicht. Unter seiner Präsidentschaft konnten die Bregenzer Festspiele ihre internationale Ausstrahlung weiter festigen.
Philipp Lehner ist das Gesicht von Alpla. Der Enkel des Firmengründers führt einen der größten Industriekonzerne des Landes in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Die Diskussion über Verpackungen, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stellt die gesamte Branche vor neue Herausforderungen. Lehner muss dabei nicht nur globale Trends im Blick behalten, sondern auch schwierige Entscheidungen treffen. Dazu gehörten zuletzt Maßnahmen, Mitarbeiter am Stammsitz Hard abzubauen. Gleichzeitig treibt er die internationale Entwicklung des Unternehmens konsequent voran. Mit rund 23.000 Mitarbeitern weltweit zählt Alpla zu den bedeutendsten Familienunternehmen Österreichs.
Michael Köhlmeier hat sich seit Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Schriftsteller Österreichs etabliert und dem kulturellen Leben Vorarlbergs eine unverwechselbare Stimme gegeben. Sein Werk, das Romane, Erzählungen, Essays, Hörspiele sowie Neufassungen klassischer Mythen und biblischer Stoffe umfasst, reicht weit über die Region hinaus und hat ihn zu einer festen Größe der deutschsprachigen Literatur gemacht. Der in Hohenems und Wien lebende Autor verbindet literarische Produktivität mit einer öffentlichen Stimme, die in Österreich Gewicht hat. Wenn Köhlmeier spricht, liest oder zu gesellschaftlichen Fragen Stellung bezieht, wird ihm zugehört. Gerade in den vergangenen Jahren war diese politische und moralische Präsenz ein wesentlicher Teil seiner öffentlichen Bedeutung. Im zurückliegenden Jahr fehlte ihm jedoch jene große politische Bühne, auf der er sonst immer wieder stark wahrnehmbar war. An seiner literarischen Bedeutung ändert das nichts. Köhlmeier bleibt einer der einflussreichsten Kulturschaffenden des Landes und eine Figur, die Vorarlbergs kulturelle Identität maßgeblich mitprägt. Mit der Mitbegründung des Philosophicum Lech hat er zudem ein Forum geschaffen, das weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt und internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seine Rückreihung in der aktuellen Bewertung ist daher weniger als Korrektur seines Ranges zu verstehen denn als Ausdruck einer geringeren öffentlichen Sichtbarkeit im vergangenen Jahr.
Christof Germann hat die illwerke vkw in einer Phase geprägt, in der die Energieversorgung zu einer der zentralen Zukunftsfragen geworden ist. Als Vorstandsvorsitzender verantwortete er milliardenschwere Investitionen und Projekte, die weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus Beachtung finden. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Infrastrukturakteure des Landes. Mit seinem bevorstehenden Ausscheiden endet eine Ära, gleichzeitig beginnt mit der Bestellung einer externen Nachfolgerin ein neues Kapitel für den Konzern. Germann hinterlässt ein Unternehmen, das vor großen Aufgaben steht: Energiewende, Versorgungssicherheit und der Ausbau erneuerbarer Energien werden Vorarlberg noch Jahrzehnte beschäftigen.
Gerhard Burtscher zählt zu jenen Persönlichkeiten, deren Einfluss weit über die eigentliche Funktion hinausreicht. Als Vorstandsvorsitzender der BTV steht er an der Spitze eines Instituts, das wirtschaftlich auf Erfolgskurs bleibt und damit eine wichtige Rolle für den Standort spielt. Gleichzeitig prägt Burtscher über Beteiligungen und Engagements im Montafon die Entwicklung einer ganzen Region mit. Ob touristische Infrastruktur, Seilbahnen oder Immobilienprojekte – wo große Investitionen anstehen, ist er oft nicht weit. Auch aktuell werden wieder Projekte umgesetzt, die die touristische Zukunft des Tals nachhaltig beeinflussen.
Immer noch Platz 30 – und trotzdem ein Dämpfer: Michael Ritsch zählt weiterhin zu den einflussreichsten Vorarlbergern, verliert im Ranking aber zehn Plätze. Das wirkt weniger wie ein Absturz als wie eine Neuvermessung seines Einflusses. Denn der ist nach wie vor vorhanden, derzeit allerdings weniger sichtbar. Im Wahljahr stand Ritsch zwangsläufig stärker im Rampenlicht. Heuer konzentriert er sich wieder auf Bregenz: Stadtpolitik statt Landesbühne, Sacharbeit statt Dauerpräsenz. Das kann politisch wirksam sein – Rankings belohnen allerdings auch Aufmerksamkeit. Ritsch bleibt ein Machtfaktor. Sein Einfluss entfaltet sich derzeit jedoch weniger im grellen Licht der Landespolitik als im Maschinenraum der Landeshauptstadt.
Christian Gantner trat einst das schwere Erbe von Erich Schwärzler an. Als Landesrat sollte er die Interessen der Landwirtschaft vertreten, die Energieagenden vorantreiben, für Sicherheit sorgen und die Asylbetreuung koordinieren. Vor allem die Zuständigkeiten für Sicherheit und Asyl garantierten ihm regelmäßig öffentliche Aufmerksamkeit. Mit der Regierungsumbildung verlor Gantner genau jene Agenden – und damit einen Teil seiner Medienpräsenz. Das erklärt auch seinen leichten Rückfall in der Einflussliste. Zudem ist er aus den regelmäßig aufflammenden Nachfolgedebatten um Landeshauptmann Markus Wallner weitgehend verschwunden. Sein Name fällt kaum noch. An Bedeutung eingebüßt hat er deshalb aber nicht. Seine neue Rolle ist nur weniger sichtbar. Gantner beschäftigt sich mit Konflikten rund um Wolf, Biber und andere Wildtiere, vermittelt zwischen Bauern- und Jägerschaft in der TBC-Debatte und muss als Naturschutzlandesrat die Interessen von Tier- und Artenschutz mit jenen der Landnutzer in Einklang bringen. Das bringt weniger Schlagzeilen als Sicherheit oder Asyl – politisch heikel ist es dennoch.
Josef Rupp ist eine jener Unternehmerpersönlichkeiten, deren Einfluss weit über die aktive Berufslaufbahn hinausreicht. Das Familienunternehmen zählt zu den größten Käseherstellern Europas und ist eng mit seinem Namen verbunden. Auch wenn er operativ nicht mehr tätig ist, wird Rupp im Land weiterhin als prägende Persönlichkeit wahrgenommen. Die Verleihung eines Lebenswerkpreises hat diese Bedeutung zuletzt zusätzlich unterstrichen. Sein Engagement reicht von wirtschaftlichen Themen bis zur Alpwirtschaft und dem Erhalt regionaler Strukturen. Für Rupp ist Käse nicht bloß ein Produkt, sondern Ausdruck von Kultur, Landschaft und Identität.
Hubert Rhomberg zählt zu den bekanntesten Vordenkern der Vorarlberger Bauwirtschaft. Mit seinen Ideen zu nachhaltigem, ressourcenschonendem und digitalem Bauen war er vielfach seiner Zeit voraus. Gleichzeitig hat sich sein Wirkungskreis in den vergangenen Jahren zunehmend über Vorarlberg hinaus verlagert. Große Projekte wie die Entwicklung des ehemaligen ORF-Funkhauses in Wien zeigen, dass sein Fokus heute stärker auf nationale und internationale Vorhaben gerichtet ist. Dennoch bleibt Rhomberg eine wichtige Stimme in den Diskussionen über die Zukunft des Bauens, der Mobilität und der Stadtentwicklung.
Burkhard Walla (60) führt eine internistische Praxis in Dornbirn und steht seit 2022 der Vorarlberger Ärztekammer als deren Präsident vor. Sein Engagement in der Standesvertretung begann schon sehr früh, und zwar 2003 als Mitglied im Vorstand. Bis zu seiner Wahl zum Ärztekammerpräsidenten übte er verschiedenste Funktionen aus. Er ist als stellvertretender Finanzreferent außerdem Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Ärztekammer. Burkhard Walla ist für seine scharfzüngigen Kommentare und die kritischen Betrachtungsweisen auf das heimische Gesundheitssystem bekannt. Er benennt die Probleme, scheut auch nicht die verbale Konfrontation etwa mit hochrangigen Spitalsmanagern. Walla kann aber nicht nur austeilen. Ebenso wichtig ist ihm der Konsens. Die Verantwortlichen im Gesundheitssystem attestieren ihm allgemein den Willen zur Zusammenarbeit. In den meisten Fällen erledigen sich Schwierigkeiten tatsächlich ohne großes Getöse. Ein Anliegen, das er mit Vehemenz vertritt, ist, klarzustellen, dass es nicht Aufgabe der Ärztekammer ist, offene Kassenstellen zu besetzen. Aber auch in dieser oft hitzig debattierten Frage besteht die Bereitschaft zur Kooperation.
Dieter Egger sitzt in Hohenems nicht erst seit den Bürgermeisterwahlen vor einem Jahr fester im Sattel denn je. Seither hat sein Einfluss sogar noch zugenommen. Dazu trägt auch der Aufstieg eines seiner engsten Vertrauten bei: Vizebürgermeister Markus Klien ist Landesrat geworden. Damit sind Eggers Ohren in der Landesregierung wieder ein Stück größer geworden. Auch auf Landesebene tritt der Hohenemser Bürgermeister zunehmend in Erscheinung. Im Gemeindeverband gehörte er zuletzt zu jenen Stimmen, die sich offen gegen die Landesregierung stellten. Als der Verband mit einem Volksbegehren drohte, stand Egger bei der Pressekonferenz in der ersten Reihe. Seine besonnene Art und sein überparteiliches Auftreten nähren zudem seit Monaten Spekulationen über eine Rückkehr in die Landespolitik. Sollte die FPÖ bei den nächsten Landtagswahlen tatsächlich die ÖVP als Landeshauptmannpartei ablösen wollen, bräuchte sie eine Persönlichkeit, die auch konservative Wähler anspricht, denen die Kickl-FPÖ fremd bleibt. Für viele erfüllt Egger genau dieses Profil. Das Szenario kursiert längst hinter den Kulissen: Egger als Spitzenkandidat und möglicher Landeshauptmann, Christof Bitschi als Parteichef und Verbindung zur Bundespartei. Ob es dazu kommt, ist offen. Dass diese Diskussion überhaupt geführt wird, zeigt jedoch, wie stark Eggers Einfluss zuletzt gewachsen ist.
Um Vorarlbergs Naturschutzanwältin ist es ruhiger geworden. Das liegt allerdings weniger an mangelnder Relevanz ihrer Arbeit als an den Rahmenbedingungen ihres Amtes. Mit einem kleinen Budget und begrenzten personellen Ressourcen sind die Möglichkeiten überschaubar. Nicht selten erfährt Lins erst durch Medienanfragen von umstrittenen Projekten, bei denen naturschutzrechtliche Fragen eine Rolle spielen. An Arbeit mangelt es ihr jedenfalls nicht. Die Zahl der Verfahren und Konflikte rund um Natur- und Landschaftsschutz bleibt hoch. Doch zwischen Anspruch und Ausstattung klafft eine Lücke. Vieles hängt von einer Institution ab, die zwar mitreden darf, deren Einflussmöglichkeiten jedoch begrenzt sind. Lins zählt weiterhin zu den einflussreichsten Vorarlbergerinnen. Ihre Position verschafft ihr Einblick in zahlreiche sensible Verfahren und Entwicklungen. Nach dem Ausscheiden der Grünen aus der Landesregierung hat die politische Bedeutung des Naturschutzes allerdings spürbar abgenommen – und damit auch ihr Stellenwert innerhalb der Machtstrukturen des Landes.
Martin Ohneberg zählt zu den Unternehmern, die sich auch nach ihrer aktiven Zeit in Interessenvertretungen nicht aus öffentlichen Debatten zurückziehen. Der Eigentümer des Automobilzulieferers Henn nimmt regelmäßig Stellung zu Fragen der Standortentwicklung und der wirtschaftlichen Zukunft Vorarlbergs. Seine Wortmeldungen fallen dabei oft klarer und direkter aus als jene vieler anderer Akteure. Ohneberg benennt Probleme offen, formuliert Erwartungen an die Politik und scheut sich nicht vor Gegenwind. Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Debatten häufig vorsichtig geführt werden, verschafft ihm diese Haltung zusätzliche Aufmerksamkeit.
Seit 2012 steht der frühere Moderator an der Spitze des ORF Vorarlberg – eine bemerkenswerte Konstanz in einem Unternehmen, in dem Generaldirektoren und Machtverhältnisse in Wien mehrfach wechselten. Viele hätten dem 50-jährigen eine derart lange Amtszeit nicht zugetraut. Klements Fokus gilt dem wirtschaftlichen Erfolg und der Position des Landesstudios innerhalb des ORF-Konzerns. Gute Reichweiten, stabile Ergebnisse und positive Kennzahlen für Wien haben für ihn höchste Bedeutung. Intern gilt Klement als ausgeprägter Kontrolleur, an dem kaum eine wichtige Entscheidung vorbeigeht. Klement kann seine Wurzeln, die in der Unterhaltung, im Marketing und in der Programmgestaltung liegen, bis heute nicht leugnen. Entsprechend werfen ihm seine Kritiker vor, dass organisatorische und strategische Fragen für ihn einen viel höheren Stellenwert haben als redaktionelle Anliegen. Das Verhältnis zur Redaktion gilt seit Jahren als wechselhaft bis angespannt, auch mit Teilen der Technik gibt es immer wieder Spannungen und Konflikte. Doch auch nach dem neuerlichen Wechsel an der Spitze des ORF scheint Klement nach wie vor fest im Sattel zu sitzen.
Der Dornbirner Bürgermeister hat sich in Vorarlbergs Machtzirkeln etabliert. Ein Jahr nach seiner Wahl steht der SPÖ-Politiker gefestigt an der Spitze der größten Stadt des Landes – und ebenso gefestigt an der Spitze seiner Partei in Dornbirn. Galt vor einem Jahr noch Gabriele Sprickler-Falschlunger als eigentliche Machtfigur der Stadt-SPÖ im Hintergrund, ist Fäßlers Führungsanspruch inzwischen unumstritten. Auch im Rathaus ist Ruhe eingekehrt. In Dornbirn wächst deshalb die Überzeugung, dass er auf dem besten Weg ist, seine Macht ähnlich nachhaltig zu festigen wie seine Amtskollegen in Hohenems und Bregenz. Respekt hat ihm zudem sein Auftreten in der Spitalsdiskussion eingebracht. Fäßler scheute die Auseinandersetzung mit der Landesregierung nicht und profilierte sich damit über die Stadt- und Parteigrenzen hinaus. Markus Fäßler zählt damit zu den großen Aufsteigern des Jahres.
Als Direktor der Caritas Vorarlberg zählt Walter Schmolly weiterhin zu den profiliertesten Stimmen im sozialen und karitativen Leben des Landes. Der 1964 in Bregenz geborene und in Bizau aufgewachsene Mathematiker und Theologe übernahm 2015 nach Stationen im Katholischen Bildungswerk und als Pastoralamtsleiter die Leitung der Caritas Vorarlberg. 2025 und 2026 rückte Schmolly die Verfestigung von Armut noch stärker ins Zentrum: Er warnte vor sozialen Einschnitten, machte Kinderarmut und steigende Lebenshaltungskosten zum öffentlichen Thema und stieß einen Bürgerrat gegen Armut an. Rund 68.000 Menschen in Vorarlberg leben an der Armutsgrenze. Besonders betroffen: Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig trat Schmolly als Obmann des Arbeitgebervereins für Sozial- und Gesundheitsorganisationen (AGV) in den schwierigen Kollektivvertragsverhandlungen für rund 9000 Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich auf; nach mehreren Runden kam es Anfang 2026 zu einem Abschluss mit 3,3 Prozent mehr Gehalt ab Juli. Unter seiner Leitung bleibt die Caritas mit rund 650 Mitarbeitenden und über 1000 Freiwilligen eine tragende Säule der sozialen Infrastruktur. Neue Akzente setzte im vergangenen Jahr etwa der carla Concept-Store in Dornbirn, der Nachhaltigkeit, leistbares Einkaufen und Arbeitsqualifizierung verbindet. Schmollys klare Worte gegen soziale Ungerechtigkeit und sein Werben für Zusammenhalt machen ihn auch 2026 zu einem moralischen Kompass in Vorarlberg.
Die langjährige Schullandesrätin ist nicht eine, die ihre Agenda mit Getöse und Spektakel verfolgt. Ihre verbindliche und diplomatische Art wird von manchen geschätzt, von anderen kritisiert. Klar ist: Im Schulressort gehen die Herausforderungen nicht aus. Dass sie in ihrer wahrgenommenen Bedeutung sieben Plätze verliert, kommt nicht überraschend. Schulpolitik ist zu einem Großteil Bundespolitik. Und dort sitzt die 65-jährige Feldkircherin mit ihren landesspezifischen Ansätzen zumeist auf dem kürzeren Ast. Die Budgetkürzungen verursachen gerade in ihren Ressorts viel Aufregung. Der Aufschrei bei Lehrern und Kulturschaffenden kommt stets prompt und fällt massiv aus. Gerade auch im Kulturessort weht Schöbi-Fink seit kurzer Zeit ein rauer Wind ins Gesicht. Der Konflikt um die ehemalige Intendantin des Vorarlberger Landestheaters forderte sie ebenso heraus wie der massive Widerstand von Kulturschaffenden gegen die Kürzungen im Kulturressort.
Peter Bußjäger ist längst nicht mehr im Landhaus tätig. Einflussreich geblieben ist der ehemalige Landtagsdirektor dennoch. Seit Jahren hält er sich konstant im Kreis der einflussreichsten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Das liegt vor allem an seiner Rolle als gefragter Kommentator rechtlicher und staatspolitischer Fragen. Ob Verfassungsänderung, Sozialhilfe oder Medienbeitrag: Wenn juristische Sachverhalte öffentlich eingeordnet werden müssen, ist Bußjäger zur Stelle. Er analysiert präzise, verständlich und meist mit jener Prise Meinung, die Expertise erst debattentauglich macht. Dazu kommt seine Rolle als einer der wenigen klaren Fürsprecher des Föderalismus im politisch-medialen Komplex Österreichs. Bußjäger argumentiert dabei nicht nur aus Überzeugung, sondern mit Fakten – was diese Debatte sonst nicht immer auszeichnet. So kann er öffentliche Diskussionen in Vorarlberg und darüber hinaus maßgeblich prägen. Bußjägers Einfluss liegt nicht im Amt, sondern in der Autorität seiner Stimme.
Joachim Alge und Reinhard Schertler führen die i+R Gruppe in einer Zeit, in der viele Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche unter Druck stehen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Unternehmensgruppe zuletzt erneut wachsen konnte. Die beiden Geschäftsführer setzen dabei auf Kontinuität, Teamarbeit und langfristiges Denken. Seit der Gründung vor mehr als 120 Jahren hat sich i+R zu einem bedeutenden Akteur in den Bereichen Bau, Immobilien und Baumaschinen entwickelt. Alge und Schertler verkörpern einen Führungsstil, der bewusst auf gemeinsame Verantwortung setzt.
Carina Pollhammer hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der sichtbarsten Managerinnen des Landes entwickelt. Als Geschäftsführerin von Spar Vorarlberg verantwortet sie einen der wichtigsten Handelsakteure des Landes und begleitet eine Expansionsstrategie, die vielerorts das Ortsbild mitprägt. Neue Märkte, Modernisierungen und Investitionen machen deutlich, welche Bedeutung der Lebensmittelhandel für die regionale Wirtschaft hat. Gleichzeitig ist Pollhammer längst mehr als nur eine erfolgreiche Unternehmenslenkerin. Als Sprecherin des Vorarlberger Handels vertritt sie die Interessen einer gesamten Branche und bringt deren Anliegen in politische und wirtschaftliche Diskussionen ein. Darüber hinaus gilt sie als wichtige Stimme für Frauen in Führungspositionen.
Dietmar Eberles Rang ist unbestritten, seine Positionen sind oft pointiert, und gerade daraus entstand ein Teil seiner Wirkung: Eberle war stets ein Architekt, der Debatten auslöste, Maßstäbe verschob und die Vorarlberger Baukultur weit über ihre regionalen Grenzen hinaustrug. Der gebürtige Hittisauer begann seine internationale Laufbahn 1985 in Lochau, als er gemeinsam mit Markus Koch, Wolfgang Juen und Norbert Mittersteiner die Kooperative gründete. Später entwickelte er mit Carlo Baumschlager das Büro Baumschlager Eberle, das zu einem international tätigen Architekturbüro mit mehr als 250 Mitarbeitenden und Standorten in Europa und Asien wurde. Vorarlberg blieb dabei Herkunftsraum und Referenzpunkt, für Eberles Wirken aber wurde die Welt längst zur eigentlichen Bühne. Auch als Lehrer prägte er mehrere Generationen von Architektinnen und Architekten. Damit reicht sein Einfluss weit über das gebaute Werk hinaus. Seine Architektur steht für klare Geometrien, Langlebigkeit, Energieeffizienz und eine radikale Vorstellung von Einfachheit. Das Bürogebäude "2226" in Lustenau, das ohne konventionelle Heiz- und Kühlsysteme auskommt, gilt als exemplarisches Projekt dieser Haltung. In der aktuellen Reihung fällt Eberle etwas zurück, weil sein Wirken derzeit weniger in regionalen Diskussionen sichtbar wird. Er bleibt aber der höchstgereihte Architekt und eine der prägendsten Figuren der Vorarlberger Baukultur.
Der 73-Jährige prägte über Jahrzehnte die Vorarlberger Landespolitik. Als Landesrat der ÖVP war er von 1993 bis 2018 für zentrale Ressorts wie Landwirtschaft, Umwelt, Energie, Sicherheit und Integration verantwortlich. Seine Amtszeit war geprägt von pragmatischem Krisenmanagement. Sein bodenständiger Stil und seine Handschlagqualität verschafften ihm parteiübergreifenden Respekt. "Landes-Erich", wie er von vielen genannt wird, pflegt bis heute ein imposantes Netzwerk, das er seit seinem Ausscheiden aus der Politik als Ombudsmann der Vorarlberger Nachrichten nutzt. Im Gegensatz zu seiner Zeit als Landesrat agiert Erich Schwärzler als Mediator und Vermittler in zahlreichen Konfliktfällen im Hintergrund. Dank seiner ausgleichenden und verbindlichen Art gelingt es ihm immer wieder, selbst heikelste Streitfälle zu schlichten.
Paul Sutterlüty gehört seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des Bregenzerwaldes. Der Rechtsanwalt aus Egg war über viele Jahre Bürgermeister seiner Heimatgemeinde und hat sich weit über die Kommunalpolitik hinaus ein dichtes Netzwerk in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufgebaut. Wer im Bregenzerwald größere Projekte umsetzen will, kommt an seinem Namen kaum vorbei. Seine Kanzlei (SKBGL in Dornbirn) zählt zu den etablierten Adressen des Landes. Sutterlütys Einfluss speist sich nicht nur aus seiner langjährigen politischen Erfahrung, sondern auch aus einer Vielzahl von Funktionen in Aufsichtsräten (u. a. illwerke vkw, Prisma Holding), Stiftungen und Beiräten. Dadurch verfügt er über Einblicke und Kontakte, die weit über den Bregenzerwald hinausreichen. Freunde schätzen seine strategische Denkweise und seine Fähigkeit, Kompromisse zu schmieden. Kritiker sehen hingegen in der engen Verflechtung von Politik, Wirtschaft und persönlichen Netzwerken auch eine Konzentration von Einfluss.
Die promovierte Politikwissenschaftlerin übernahm 2022 die Chefredaktion des ORF Vorarlberg, nachdem sie zuvor in unterschiedlichsten Funktionen beim ORF, in der Kommunikationsbranche und an der FH Vorarlberg tätig war. Ihre berufliche Laufbahn führte sie von Ö3 über Fernsehformate wie "konkret" und "contra – der talk" bis in leitende Managementfunktionen. Anders als viele klassische Chefredakteure kommt Simma-Wallinger weniger aus der tagesaktuellen Landespolitik; sie gilt als eine "Mischung" aus Journalismus, Strategie und Medienentwicklung. Das prägt auch ihren Führungsstil. Sie gilt als analytisch, strukturiert, ist eine Führungskraft der leisen Töne. In der Redaktion polarisiert sie aber durchaus. Dass sie auch jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder Karrierewege öffnet, missfällt einigen "Alteingesessenen", für die langjährige Betriebszugehörigkeit das wichtigste Beförderungsargument ist.
Wer ist Walter Gohm? Bis Mai 2025 kannten ihn vor allem die Menschen in Frastanz und jene, die sich intensiver mit Vorarlbergs Gemeindepolitik beschäftigen. Dann änderte sich das schlagartig. Mit seiner Wahl zum Präsidenten des Vorarlberger Gemeindeverbands rückte Gohm auf die große politische Bühne des Landes. Anders als seine Vorgängerin positionierte er die Interessenvertretung der Bürgermeister deutlich konfrontativer. Besonders sichtbar wurde das beim Streit um die Finanzierung des Sozialfonds. Der Gemeindeverband legte sich mit dem Land an – und rang der Landesregierung 20 Millionen Euro zusätzlich ab. Gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Finanzen war das ein bemerkenswerter Erfolg. Er zeigt, wie viel Einfluss sich an der Spitze des Gemeindeverbands entfalten lässt – und wie entschlossen Gohm bereit ist, ihn zu nutzen. Walter Gohm ist damit einer der bemerkenswertesten Aufsteiger im politischen Machtgefüge Vorarlbergs.
Als Aufdecker von Missständen in der Verwaltung von Land und Gemeinden genießt der Landesvolksanwalt hohes Ansehen. Seit Mai 2021 bekleidet der 54-Jährige das Amt und hat ihm längst seinen Stempel aufgedrückt. Seine Arbeit wird geschätzt und gefürchtet zugleich. Zuletzt hat Feurstein mit Interventionen wegen der Aufwandspauschalen in der Kinderbetreuung auch die Landespolitik auf den Plan gerufen. Im Ranking ist der Landesvolksanwalt im Vergleich zum Vorjahr dennoch um elf Plätze abgerutscht. Das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass frühere Fälle – wie etwa die "Causa Alpe Krähenberg" – deutlich öffentlichkeitswirksamer waren. An der landesweiten Autorität und Wirkungskraft hat sich unterdessen wenig geändert. Unverändert ist auch der Ruf seiner akribischen Arbeit, die er gemeinsam mit einem motivierten Expertenteam leistet.
Werner Gunz und Peter Pfanner zählen zu den großen Gewinnern des diesjährigen Rankings. Das Führungsduo des SCR Altach verbessert sich um beachtliche 35 Plätze und unterstreicht damit seinen Stellenwert über den Fußball hinaus. In einer Saison, die sportlich und organisatorisch zahlreiche Herausforderungen mit sich brachte, führten die beiden den Bundesligisten mit ruhiger Hand durch ein turbulentes Jahr. Während auf dem Platz vieles nicht nach Wunsch verlief, bewiesen Gunz und Pfanner jene Qualitäten, die in schwierigen Phasen besonders gefragt sind: Besonnenheit, Ruhe und strategisches Denken. Sichtbar wurde ihr Einfluss mit der Eröffnung des neuen Businessbereichs im Schnabelholz. In das Projekt wurden rund 13 Millionen Euro investiert, wobei allein zehn Millionen durch den Club aufgebracht werden. Damit entstand nicht nur eine moderne Infrastruktur für Partner, Sponsoren und Veranstaltungen, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Impuls für den Verein. Der SCR Altach entwickelt sich dadurch zunehmend zu einer Plattform, die Sport, Wirtschaft und regionale Netzwerke verbindet.
Daniel Zadra hat sich in seiner neuen Rolle als grüner Klubobmann und Parteichef sichtbar eingelebt. Im ersten Jahr nach dem unfreiwilligen Gang in die Opposition wirkte die Partei noch auf der Suche nach ihrer Position. Mittlerweile scheint Zadra Gefallen an der neuen Aufgabe gefunden zu haben. Er nimmt die schwarz-blaue Landesregierung deutlich offensiver ins Visier und hat sich innerhalb der Grünen als prägende Figur etabliert. Trotz offizieller Doppelspitze gilt Zadra heute klar als politischer Kopf der Partei in Vorarlberg. Gleichzeitig pflegt er seinen Ruf als Brückenbauer. So tauschte er sich mit seinem Nachfolger in der Landesregierung, Daniel Allgäuer, über die Energieautonomie aus – ein bemerkenswertes Signal in einer Zeit, in der politische Lager oft schärfer voneinander abgegrenzt werden. Zadra hat seine Rolle in der Opposition gefunden. Damit wächst auch sein Einfluss wieder.
Jutta Frick prägt den Vorarlberger Tourismus seit vielen Jahren mit bemerkenswerter Konstanz. Als Unternehmerin steht sie an der Spitze mehrerer renommierter Hotelbetriebe, darunter das traditionsreiche Gesundhotel Bad Reuthe. Dabei verkörpert sie eine Form von Unternehmertum, die auf langfristiges Denken, soziale Verantwortung und Bodenständigkeit setzt. Frick sucht selten die große Bühne und konzentriert sich stattdessen auf die Weiterentwicklung ihrer Betriebe. Gerade in einer Branche, die sich laufend verändern muss, weil sie mit steigenden Erwartungen der Gäste konfrontiert ist, kommt dieser Haltung besondere Bedeutung zu. Als größte Hotelbetreiberin des Landes gestaltet sie das touristische Angebot Vorarlbergs maßgeblich mit.
Alfred Felder hat sich als Stabilitätsanker der Zumtobel Group etabliert. In einer Phase, in der der internationale Lichtkonzern vor großen Herausforderungen stand, übernahm er Verantwortung und führte das Unternehmen mit ruhiger Hand durch anspruchsvolle Zeiten. Felder setzt auf Sachlichkeit, Verlässlichkeit und klare Entscheidungen. Er lenkt gleichzeitig ein börsennotiertes Unternehmen und den Anspruch der Gründerfamilie. Felder trägt nicht nur Verantwortung für einen der bedeutendsten Industriebetriebe des Landes, sondern auch für Tausende Arbeitsplätze und einen wichtigen Teil der industriellen Identität Vorarlbergs.
Dr. Angelika Prechtl-Marte (62) schreibt seit 2020 Vorarlberger Justizgeschichte: Nach fast 170 Jahren männlicher Führung leitet sie als erste Frau das Landesgericht Feldkirch. Ihr Weg in den Richterberuf begann nach dem Studium in Innsbruck eher zufällig über das Rechtspraktikum, bei dem sie der Ehrgeiz für die Richterlaufbahn packte. Nach Stationen als Staatsanwältin in Liechtenstein sowie als Jugendrichterin und Vizepräsidentin in Feldkirch trat sie schließlich die Nachfolge von Heinz Bildstein an. Die erfahrene Juristin gilt als nahbar, führt mit Weitblick und prägt die Justiz mit einer klaren Haltung.
Verena Konrad leitet seit 2013 das Vorarlberger Architektur-Institut und trägt wesentlich dazu bei, Architektur nicht nur als Fachdisziplin, sondern als gesellschaftliches Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Die aus Oberösterreich stammende Kunst- und Architekturhistorikerin wird in der Architekturszene für ihre offene, differenzierte Haltung gegenüber unterschiedlichen Positionen geschätzt. In einer Region, die über eine außergewöhnlich dichte und international beachtete Architekturlandschaft verfügt, richtet sie den Blick nicht allein auf etablierte Namen, sondern auch auf jüngere Büros, neue Perspektiven und jene Stimmen, die in der nach wie vor männlich dominierten Branche oft weniger selbstverständlich gehört werden. Auch über Vorarlberg hinaus ist Konrad eine anerkannte Expertin.
Jürg Zumtobel gehört zu den großen Unternehmerpersönlichkeiten Vorarlbergs. Über Jahrzehnte hinweg hat er die Entwicklung der Zumtobel Group entscheidend mitgeprägt und dabei weit mehr geschaffen als einen erfolgreichen Industriekonzern. Sein Verständnis von Architektur, Design und Unternehmenskultur hat die Marke nachhaltig geprägt. Mit inzwischen fast 90 Jahren steht er naturgemäß nicht mehr im Zentrum des operativen Geschehens. Seine Bedeutung für Unternehmen, Industrie und Kultur bleibt jedoch unbestritten. Viele der Werte und Ansprüche, die er etabliert hat, prägen die Zumtobel Group bis heute und wirken damit weit über seine aktive Zeit hinaus.
Lorenz Schmidt zählt zu jenen Persönlichkeiten im Land, deren Einfluss groß ist, ohne dass sie selbst im öffentlichen Rampenlicht stehen. Als Leiter der Abteilung Raumplanung und Baurecht im Amt der Vorarlberger Landesregierung ist er eine zentrale fachliche Instanz, wenn es um die künftige Entwicklung des begrenzten Lebensraums in Vorarlberg geht. Der gebürtige Oberländer und ehemalige Stadtplaner in Bludenz bestimmt mit seinen fachlichen Einschätzungen maßgeblich, wo gebaut werden darf, wie Flächen genutzt werden können und welche Entwicklungen raumplanerisch möglich sind. Damit prägt er indirekt zentrale Weichenstellungen für Wohnen, Wirtschaft und Infrastruktur im ganzen Land. Gerade in Zeiten laufender Diskussionen über eine Novellierung des Raumplanungsgesetzes und Fragen rund um die Landesgrünzone ist seine Expertise stark gefragt. Auch wenn politische Entscheidungen letztlich auf Ebene der Regierung getroffen werden, gilt Schmidt als jemand, dessen fachliche Einschätzungen Gewicht haben und in der Praxis oft entscheidend sind.
Die Vorarlberger SPÖ hat sich mittlerweile damit abgefunden, dass Manuela Auer wohl nie an ihre Spitze rücken wird. Dennoch bleibt sie eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Partei – als Sympathieträgerin, Integrationsfigur und glaubwürdige Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Mit pointierten Reden im Landtag sowie ihrer Arbeit in Gewerkschaft und Arbeiterkammer verschafft sie jenen Gehör, die sich in politischen Debatten oft zu wenig vertreten fühlen. Damit erfüllt sie eine Rolle, die weit über die Parteigrenzen hinausreicht. Gleichzeitig bleibt die Frage, was aus der SPÖ geworden wäre, hätte Auer selbst nach der Parteiführung gegriffen. Als profilierte Vertreterin der Arbeitnehmerschaft hätte sie der Partei womöglich ein klareres Profil verleihen können.
Claudia Gamon versucht beharrlich, Themen zu setzen und mit ihrer kleinen Landtagsfraktion Druck auf die Landesregierung auszuüben. Trotz intensiver inhaltlicher Arbeit und hoher Medienpräsenz gelingt es ihr allerdings nur gelegentlich, politische Debatten nachhaltig zu prägen. Mit dem Ausscheiden von Gerfried Thür hat die Fraktion zudem einen Teil ihrer finanzpolitischen Kompetenz verloren. Dennoch zeigt Gamon immer wieder, welchen Einfluss auch eine kleine Oppositionspartei entfalten kann. Während andere bei heiklen Themen vorsichtig formulieren, gehen die Neos bewusst auf Konfrontationskurs. In der Spitalsdebatte sprechen sie offen über Standorteinsparungen und fordern langfristig nur noch zwei Spitäler. Bei der Gemeindestruktur verlangen sie nicht bloß Reformen, sondern Fusionen. Dass die Neos mit ihrer Umfrage zur Spitalsreform eine Debatte auslösten, auf die die Landesregierung wenig später mit einer eigenen Befragung reagierte, zeigt ihre politische Stärke.
Elmar Stüttler (74) ist keiner, der Armut verwaltet. Er packt sie an – mit Kisten, Kühlwagen, zahlreichen Ehrenamtlichen und einer Hartnäckigkeit, die in Vorarlberg längst zur Institution geworden ist. Der gelernte Tischlermeister, Diakon und Gründer von "Tischlein Deck Dich" hat aus einer Hilfsaktion ein landesweites Versorgungsnetz geschaffen: Woche für Woche werden Tausende Menschen mit geretteten Lebensmitteln unterstützt, rund 350 Ehrenamtliche halten die Ausgabestellen und Transporte am Laufen. Was vor mehr als zwei Jahrzehnten mit einem alten Kühlwagen begann, ist heute eine der wichtigsten sozialen Anlaufstellen des Landes. Neu ist, dass Stüttlers Hilfe nicht mehr nur über klassische Ausgaben läuft. Sein Sozialmarkt "Mein guter Laden" ist gewachsen: Nach Bludenz und Feldkirch-Tosters gibt es seit Jänner 2026 auch einen Standort in Dornbirn-Haselstauden. Dort können Menschen mit geringem Einkommen diskret und stark vergünstigt einkaufen. Der Leitsatz des Vandansers ist geblieben: "Ein Prozent Hilfe ist besser als 99 Prozent Mitleid." Verändert hat sich nur die Dimension. Aus Mitgefühl wurde Organisation, aus Organisation Verlässlichkeit und aus Elmar Stüttler eine der wichtigsten Stimmen für soziale Verantwortung im Land.
Christian Konzett macht sich rar, wenn es um Auftritte in der Öffentlichkeit geht. Das hält der Bludenzer Anwalt bereits sein ganzes Berufsleben so, und das schätzt seine Klientel. Der 76-Jährige, der eher in den Vorarlberger Bergen als auf Empfängen anzutreffen ist, ist aktives Mitglied in den Aufsichtsräten von Hirschmann Automotive und der ASFINAG Alpenstraßen GmbH. Deutlich stärker ist sein Engagement in den Privatstiftungen großer und kleiner Vorarlberger Unternehmer von A wie Alpla bis S wie Staufen. Außerdem ist Konzett Geschäftsführer der Anwaltskanzlei Konzett Rechtsanwälte und im Zuge dessen geschäftsführender Gesellschafter von Konzett Kohlhaupt Folie Rechtsanwälte GmbH & Co KG sowie der familieneigenen CMAS KG, die sich um die Verwaltung eigener Immobilien kümmert. Und obwohl sich der profilierte Wirtschaftsjurist langsam zurückziehen wolle, so Insider, möchten viele der langjährigen Klienten auf die Expertise des Bludenzer (noch) nicht verzichten.
Bernhard Bereuter steht als Landesgeschäftsführer des AMS Vorarlberg an einer entscheidenden Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Bildung, Politik und Arbeitsmarkt. Die Herausforderungen sind in den vergangenen Jahren nicht kleiner geworden. Fachkräftemangel, demografischer Wandel und konjunkturelle Unsicherheiten stellen Unternehmen ebenso vor Probleme wie Arbeitssuchende. Bereuter verantwortet Förderprogramme, Qualifizierungsmaßnahmen und Unterstützungsangebote, die direkten Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben. Seine Entscheidungen betreffen Tausende Menschen und zahlreiche Betriebe im Land.
Alois Flatz zählt zu den einflussreichsten Vorarlbergern, obwohl sein Wirken vielfach im Hintergrund stattfindet. Er berät internationale Unternehmen und Investoren in Fragen der nachhaltigen Entwicklung und gilt seit Jahrzehnten als Vordenker auf diesem Gebiet. Lange bevor Nachhaltigkeit zum Standardbegriff wurde, beschäftigte sich Flatz bereits mit den wirtschaftlichen Chancen und Risiken ökologischer Transformationen. Er war Mitentwickler des Dow Jones Sustainability Index und bewegt sich in internationalen Netzwerken auf höchster Ebene. Dennoch ist dem unaufgeregten Bregenzerwälder jede Form der Selbstdarstellung fremd.
Als Landesamtsdirektor ist Philipp Abbrederis der ranghöchste Beamte des Landes. Der 46-Jährige leitet den inneren Dienst der Landesregierung, ist Vorgesetzter aller Landesbediensteten und das zentrale Bindeglied zwischen Politik und Verwaltung. Dank früherer Stationen im Bundeskanzleramt, im Finanzministerium und im Bundesrechenzentrum verfügt er über ein dichtes Netzwerk in Wien. Genau diese starke Verankerung in der Bundeshauptstadt sorgt jedoch zunehmend für Diskussionen, da Abbrederis inzwischen einen beachtlichen Teil seiner Arbeitszeit im Homeoffice in Wien verbringe, wo auch seine Familie lebt. Immer öfter wird im Landhaus die Frage gestellt, ob der oberste Landesbeamte und Chef der Landesbediensteten in Vorarlberg dort nicht wesentlich präsenter sein sollte.
Dr. Viktor Thurnher (59) zählt zu den diskretesten, zugleich aber auch einflussreichsten Wirtschaftsanwälten Vorarlbergs. Er ist Gründungspartner von TWP Rechtsanwälte in Dornbirn und berät Unternehmen, Eigentümerfamilien und Investoren bei rechtlich wie wirtschaftlich zentralen Entscheidungen. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Gesellschafts- und Unternehmensrecht, bei Mergers & Acquisitions, Umstrukturierungen, Unternehmensnachfolgen, Kartellrecht und komplexen Gesellschafterfragen. Damit ist Thurnher weniger der Anwalt der großen öffentlichen Auftritte als vielmehr jener Berater, der im Hintergrund Strukturen ordnet, Deals begleitet und Konflikte oft löst, bevor sie sichtbar werden. In der Vorarlberger Wirtschaft gilt er als bestens vernetzt und strategisch versiert. Seine Bedeutung zeigt sich nicht zwingend in spektakulären Einzelverfahren, sondern in der Summe jener Mandate, bei denen Weichen gestellt werden. Gerade seine Zurückhaltung macht ihn zu einer jener Persönlichkeiten, die selten laut auftreten, aber im entscheidenden Moment mit am Tisch sitzen.
Michael Alge steht an der Spitze der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg und damit des größten Bankinstituts des Landes. Wer Kapital vergibt, Investitionen ermöglicht und Unternehmen durch wirtschaftlich schwierige Phasen begleitet, verfügt zwangsläufig über erheblichen Einfluss. Alge nutzt diese Rolle jedoch ohne großes Aufsehen. Er gilt als analytischer Beobachter wirtschaftlicher Entwicklungen und als jemand, der Entscheidungen mit Augenmaß trifft. Die Bank bewegt sich derzeit in ruhigem Fahrwasser und kann auf solide Ergebnisse verweisen. Gleichzeitig stehen mit der geplanten Investition in den neuen Stammsitz wichtige Weichenstellungen bevor.
Operativ hat sich der Unternehmer zwar weitgehend zurückgezogen, dennoch bleibt seine Stimme in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen gefragt. Besonders sichtbar wird seine Rolle bei Kollektivvertragsverhandlungen, wo er seit Jahren zu den prägenden Verhandlern zählt. Dort werden Rahmenbedingungen geschaffen, die weit über einzelne Unternehmen hinausreichen. Gleichzeitig engagiert sich Collini seit Jahrzehnten in sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere in Hohenems. Viele dieser Aktivitäten finden bewusst abseits der Öffentlichkeit statt. Wer ihn kennt, weiß jedoch, dass er klare Positionen vertritt und bei Themen, die ihm wichtig sind, durchaus bestimmt auftreten kann. Sein Einfluss speist sich heute weniger aus operativer Verantwortung als aus Erfahrung, Vertrauen und einem bemerkenswert breiten Netzwerk.
Oberarzt Otto Gehmacher (63) ist erstmals in der Liste der 100 einflussreichsten Vorarlberger. Der Internist leitet seit 23 Jahren die Palliativstation im Landeskrankenhaus Hohenems. Dort werden jährlich etwa 360 Patientinnen und Patienten aufgenommen. Gehmacher ist ein Palliativmediziner der ersten Stunde. Er forciert aber nicht nur die Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonen in Palliative Care. Ein großes Anliegen ist es ihm, das Thema nach außen zu tragen. Sterben, Tod und Trauer sollen einen Platz in der Gesellschaft haben, es darf darüber geredet werden. Zu diesem Zweck initiierte Otto Gehmacher schon zahlreiche Aktionen. Das Buchprojekt "gute letzte Tage" beispielsweise erhielt erst jüngst im Rahmen eines Palliativkongresses einen Posterpreis. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Auszeichnung, die für die beste Präsentation von Forschungsergebnissen verliehen wird. Das Buch enthält Gespräche, die heimische Autoren mit Patienten der Palliativstation geführt haben. Mit dem Projekt "Palliative Care goes school" spricht Gehmacher junge Menschen direkt an. Der Ideenwettbewerb "leb.endlich" brachte 44 Einreichungen, die zum Teil umgesetzt wurden und besondere Räume zum Trauern und Erinnern bieten. Mit dem Öffnen der Palliativmedizin bzw. Palliativpflege verfolgt er noch ein anderes, ihm wichtiges Ziel: Er will damit Alternativen zur Sterbehilfe aufzeigen.
Seit August 2023 leitet Heiko Richter die Vorarlberger Bildungsdirektion. Der gebürtige Stuttgarter und ehemalige PH-Vizerektor trat sein Amt als profunder Kenner des Systems an. Doch der anhaltende, akute Lehrermangel fordert den Wissenschaftler massiv. Zwar greifen Initiativen wie das Onboarding für Quereinsteiger, doch der strukturelle Mangel bleibt die Achillesferse seiner Amtszeit. Diese anhaltende Bildungskrise spiegelt sich nun auch im prominenten Ranking der Einflussreichsten in Vorarlberg wider: Hier muss Richter in diesem Jahr einen deutlichen Absturz hinnehmen. Der spürbare Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit und bei den Pädagogen wiegt schwer, da messbare Erfolge im Match gegen den Personalnotstand zu langsam vorankommen. Trotz innovativer Ansätze wie dem ersten regionalen Bildungsmonitoring steht Richter unter Zugzwang. Er muss beweisen, dass er nicht nur verwalten, sondern die Krise spürbar wenden kann. Sein Einfluss ist gesunken, der Druck auf den Bildungschef dafür gestiegen.
Es gibt kaum eine größere Lauf- oder Netzwerkveranstaltung in Vorarlberg, bei der Verena Eugster nicht ihre Handschrift hinterlassen hat. Gemeinsam mit ihrer Schwester Patricia hat sie Formate wie den Frauenlauf, den Business Run oder das Female Future Festival aufgebaut und über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich etabliert. Inzwischen finden Veranstaltungen des Unternehmens von München bis Wien statt. Eugster hat damit nicht nur eine erfolgreiche Marke geschaffen, sondern auch Plattformen für Begegnung, Austausch und Sichtbarkeit entwickelt. Zusätzlich vertritt sie als Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreich die Interessen einer neuen Unternehmergeneration und wirkt damit längst nicht mehr nur regional, sondern auch auf nationaler Ebene.
Florian Sutterlüty hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend als Gesicht des gleichnamigen Familienunternehmens etabliert. Der Lebensmittelhändler setzt konsequent auf Regionalität, Qualität und die enge Zusammenarbeit mit heimischen Produzenten. Gleichzeitig treibt Sutterlüty den Umbau und die Weiterentwicklung des Unternehmens voran. Dass dies in einem hart umkämpften Markt gelingt, wird in der Branche aufmerksam registriert. Während viele Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen schwierig verlaufen, hat sich Sutterlüty Schritt für Schritt in seine Rolle hineingearbeitet. Heute tritt er deutlich präsenter auf als noch vor wenigen Jahren.
Markus Schadenbauer zählt zu jenen Unternehmern, die selten das Rampenlicht suchen und gerade deshalb einer breiten Öffentlichkeit unbekannt sind. Während viele Investoren auf mediale Aufmerksamkeit setzen, baut der Hohenemser seit Jahren weitgehend geräuschlos an einem breit gefächerten Beteiligungs- und Immobilienportfolio. Besonders in Hohenems hat sich Schadenbauer einen Namen gemacht. Als Investor und Projektentwickler war er maßgeblich an der Wiederbelebung des Stadtzentrums beteiligt. Die Revitalisierung von Marktstraße und Harrachgasse gilt als eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Vorarlbergs der vergangenen Jahre und wurde mit dem Österreichischen Bauherrenpreis und dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Dabei beschränkt sich Schadenbauers Engagement längst nicht auf seine Heimatstadt. Stellvertretend seien die Entwicklung des Quartiers Rickenbach in Wolfurt im Auftrag von Doppelmayr Immobilien sowie die Zentrumsentwicklung für die Gemeinde genannt. Schadenbauer steht für eine neue Generation von Investoren: pragmatisch, diskret und auf nachhaltigen Wertaufbau fokussiert. Sein wachsender Einfluss macht ihn zu einem der spannendsten Neuzugänge in der Liste der einflussreichsten Vorarlberger.
Lilli Paasikivi ist die neue künstlerische Leiterin der Bregenzer Festspiele und damit eine der einflussreichsten Kulturmanagerinnen Vorarlbergs. Die 1965 im finnischen Imatra geborene Mezzosopranistin bringt internationale Erfahrung aus zwei Perspektiven mit: als Sängerin auf bedeutenden Opern- und Konzertbühnen und als Kulturmanagerin an der Spitze großer Institutionen. Vor ihrem Wechsel nach Bregenz prägte Paasikivi zehn Jahre lang die Finnische Nationaloper in Helsinki, deren künstlerische Direktorin sie von 2013 bis 2023 war. Dort galt ihr besonderes Interesse nicht nur dem klassischen Repertoire, sondern auch der Öffnung der Oper für neue Formate, internationale Kooperationen und technologische Entwicklungen. In Bregenz folgt Paasikivi auf Elisabeth Sobotka und übernimmt damit ein Festival, das künstlerisch, touristisch und wirtschaftlich zu den wichtigsten Aushängeschildern Vorarlbergs zählt. Ihre erste Saison steht unter besonderer Beobachtung: Sie muss die internationale Strahlkraft der Festspiele sichern, zugleich eigene Akzente setzen und das fragile Gleichgewicht zwischen spektakulärem Spiel auf dem See, ambitioniertem Opernprogramm im Haus und breiter Publikumswirksamkeit neu austarieren. Dass Paasikivi bereits zum Start so hoch gereiht wird, liegt weniger an einer langen regionalen Verankerung als an der Bedeutung ihrer Funktion. Wer die Bregenzer Festspiele leitet, prägt nicht nur den Kulturkalender des Landes, sondern auch dessen internationale Wahrnehmung.
Janine Gozzi (43) ist seit April 2021 die erste Frau an der Spitze des Landesverbands des Roten Kreuzes Vorarlberg. Die gebürtige Lustenauerin mit Abschlüssen übernahm die Rolle von ihrem Vater Roland Gozzi und fokussiert sich auf organisatorische und strategische Belange. Weiters ist sie Obfrau des Vereins Krisenintervention Vorarlberg (KIT). Gozzi begann ihre Karriere 2006 im Rotkreuz-Marketing und war später auch für Familienzusammenführungen zuständig. Während der Coronapandemie koordinierte sie den Aufbau von Test- und Impfstraßen in Rekordzeit. Unter ihrer Leitung engagiert sich das Rote Kreuz auch international, etwa mit Hilfslieferungen für die Ukraine. Mit ihrem Bekenntnis zum Ehrenamt hat sie sich derzeit vor allem mit den Kürzungen im Rettungsfonds, einer neuen Leistungsvereinbarung mit dem Land und der Vergleichbarkeit der Ausbildung und Ausrüstung in Vorarlberg mit dem grenznahen Ausland und dem Rest Österreichs auseinanderzusetzen.
Günter Meusburger, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes, lenkt hinter den Kulissen die Geschicke der Interessenvertretung der Vorarlberger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Meusburger gilt als wichtiger Ratgeber von Präsident Walter Gohm und als jener Mann, der den Spagat zwischen Konfrontation und Kompromiss mitträgt. Der Jurist liefert die rechtlichen Einschätzungen, auf die sich die Verbandsspitze stützt. Auch deshalb verzichtete der Gemeindeverband nach Vorlage eines Gutachtens darauf, die Sozialhilfefinanzierung vor den Verfassungsgerichtshof zu bringen. Als eigentlicher Architekt gilt Meusburger zudem hinter dem Forderungskatalog, den die Gemeinden Ende 2024 an die neue Landesregierung richteten. Auf 21 Seiten formulierte der Gemeindeverband seine zentralen Anliegen – von einer Neuverteilung der Fondsfinanzierung über höhere Ertragsanteile bis hin zu mehr Geld für Gemeindesicherheitswachen. Es ist jenes Programm, das Walter Gohm heute politisch vertritt. Während Gohm die Forderungen öffentlich vorträgt, arbeitet Meusburger an ihrer strategischen und rechtlichen Grundlage. Sein Einfluss ist deshalb selten sichtbar, aber oft spürbar.
Andreas Gapp hat sich zu einer der prägenden Persönlichkeiten des Kleinwalsertals entwickelt. Als Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahn AG und der Walser Raiffeisen Holding trägt er Verantwortung für Unternehmen, die weit über den klassischen Tourismus hinausreichen. Von Hotellerie und Gastronomie über Finanzdienstleistungen bis hin zu Infrastrukturprojekten reichen die Beteiligungen und Aktivitäten der Gruppe. Gleichzeitig laufen im Tal bedeutende Investitionen, die die Entwicklung der Region auf Jahre hinaus beeinflussen werden. Als Sprecher der Vorarlberger Seilbahnen vertritt Gapp zudem eine Schlüsselbranche des Landes. Wirtschaftliche Realität, regionale Verantwortung und touristische Zukunftsfähigkeit zusammenzudenken zählt zu seinen größten Stärken.
Julian Fässler ist neu in der Liste der einflussreichsten Vorarlberger. Aber nicht als Dornbirner Bürgermeister, sondern als Direktor der Wirtschafskammer. Als Stadtrat und enger Vertrauter von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann wurde Fässler über mehrere Jahre als deren designierter Nachfolger aufgebaut. Umso größer war die Überraschung, als der heute 40jährige die Stichwahl um den Bürgermeistersessel gegen Markus Fäßler (SPÖ) klar verlor. Was für viele Beobachter wie das Ende einer politischen Karriere aussah, nahm wenig später eine unerwartete Wendung. Nur wenige Monate nach der Wahlschlappe wurde Fässler, der seinen Job bei ALPLA im Glauben an einen klaren Wahlsieg bereits Monate vor der Wahl gekündigt hatte, zum Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg bestellt. Vorgänger Christoph Jenny musste für ihn seinen Platz räumen, „fiel aber auch weich“ und wechselte als Geschäftsführer ins Wifi. Die Personalentscheidung löste erhebliche Diskussionen aus. Kritiker werteten die Bestellung als Versorgung eines gescheiterten Politikers. Befürworter hingegen betonten Fässlers langjährige politische Erfahrung, seine Vernetzung und seine Kenntnisse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land. Unabhängig von der Debatte arbeitet Fässler nun daran, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen und seinen Einfluss auszubauen.
Christian Beer zählt zu den markantesten Unternehmerpersönlichkeiten des Landes. Als Gründer und Geschäftsführer der Heron Innovations Factory beschränkt er sich längst nicht auf wirtschaftliche Themen. Vielmehr hat er sich als Veranstalter und Gastgeber von Formaten etabliert, bei denen gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Fragen diskutiert werden. Dabei scheut Beer auch kontroverse Themen nicht. Im Gegenteil: Er betrachtet unterschiedliche Meinungen als Voraussetzung für einen lebendigen Diskurs. Während die öffentliche Aufmerksamkeit rund um die Corona-Zeit inzwischen abgeklungen ist, bleibt seine Rolle als Organisator großer Veranstaltungen und Debattenformate bestehen.
Wer Johannes Rauch nach dem Ende seiner politischen Karriere als Elder Statesman erwartet hat, der das Geschehen im Land aus sicherer Distanz kommentiert, hat sich geirrt. Um den langjährigen grünen Landesparteichef und ehemaligen Gesundheits- und Sozialminister ist es überraschend ruhig geworden. Nur gelegentlich meldet sich Rauch noch öffentlich zu Wort – meist auf direkte Anfrage von Journalisten und vorzugsweise zu jenen Themen, für die er sich als Minister besondere Expertise erarbeitet hat. Die große politische Bühne sucht er nicht mehr. Ein Engagement ist ihm allerdings geblieben: die Radlobby Vorarlberg. Für sie macht sich Rauch mit Nachdruck stark und sorgt dafür, dass deren Anliegen regelmäßig Gehör finden. Damit bleibt er seinem politischen Selbstverständnis treu. Er mischt sich weiterhin ein, wenn er ein Thema für wichtig hält. Johannes Rauch ist heute kein Machtpolitiker mehr. Einfluss nimmt er dennoch – gezielt, themenbezogen und oft über Umwege.
Michael Metzler führt die ZM3-Gruppe und verantwortet damit ein breit aufgestelltes Unternehmensnetzwerk in den Bereichen Immobilienentwicklung, Hausverwaltung, Vermietung und Dienstleistungen. Als Sohn von Hermann Metzler, dem Erfinder des Garnmarktes, tritt er dabei deutlich leiser auf als viele andere Unternehmer seiner Generation. Gerade diese Zurückhaltung macht ihn für viele zu einer interessanten Persönlichkeit. Während andere die Öffentlichkeit suchen, konzentriert sich Metzler auf die operative Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe. Die Vielzahl an Gesellschaften und Projekten, die unter seinem Dach zusammenlaufen, zeigt jedoch, welche wirtschaftliche Bedeutung er mittlerweile besitzt.
Ihre Stimme hat seit Jahrzehnten Gewicht. Die Grande Dame der Umweltbewegung kämpft seit den 1970er-Jahren unermüdlich gegen Atomkraft und für den Schutz der Natur. Sie war eine der treibenden Kräfte hinter dem erfolgreichen Widerstand gegen das AKW Zwentendorf, das 1978 durch eine Volksabstimmung verhindert wurde. Als Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg und langjährige Vizepräsidentin des Naturschutzbundes Österreich hat sie über Jahrzehnte hinweg den Natur- und Umweltschutz im Land maßgeblich mitgestaltet. Ihr Einfluss ist auch mit 90 Jahren ungebrochen groß. Im aktuellen Ranking der 100 einflussreichsten Köpfe Vorarlbergs verlor Hildegard Breiner dennoch 13 Plätze gegenüber dem Vorjahr. Das könnte auch damit zu tun haben, dass die Kraft der Anti-Atomkraft-Bewegung nachgelassen hat. Diese Form der Energiegewinnung gilt auf europäischer Ebene wieder als salonfähig. Hildegard Breiner und ihre noch vorhandenen Mitstreiter können dagegen wenig ausrichten. Ihren Kampf führt die Naturschutz-Ikone dennoch unermüdlich weiter.
Dr. Heinz Rusch, der aus Höchst stammt, prägt seit über drei Jahrzehnten die Justizlandschaft in Vorarlberg. Seine Laufbahn begann 1993 als Richteramtsanwärter, gefolgt von einer Station ab November 1996 als Richter am Bezirksgericht Feldkirch. Doch seine wahre Berufung fand Rusch auf der Seite der Anklage: Bereits 1997 wechselte er zur Staatsanwaltschaft Feldkirch und wurde dort bald zum Pressesprecher der Strafverfolgungsbehörde. Durch seine langjährige Erfahrung stieg er 2016 zum Gruppenleiter auf. Ab April 2024 fungierte er als Erster Stellvertreter des Behördenleiters, bevor er mit 1. November 2025 schließlich die Gesamtleitung der Staatsanwaltschaft Feldkirch übernahm. Er gilt als erfahrener, profilierter Jurist, der die Anklagebehörde mit ruhiger Hand und tiefer lokaler Verwurzelung führt.
Wenn die Politik Entscheidungen trifft, ist die Landesverwaltung an der Reihe, sie umzusetzen. Dort sitzen die Fachleute, die Gesetze vollziehen, Projekte begleiten und mit ihrer Expertise nicht selten politischen Einfluss ausüben. Besonders groß ist die Macht jener, die über die Finanzen des Landes wachen. Barbara Kubesch gehört zu diesem Kreis. Als Leiterin der Finanzabteilung kennt sie jeden Budgetposten, jede Verschiebung und jede finanzielle Priorität des Landes. Sie weiß, welches Ressort wie viel Geld erhält, wo Spielräume bestehen und wo die Grenzen des Machbaren liegen. Gerade in Zeiten knapper Kassen wächst die Bedeutung dieser Rolle. Denn wer über die Finanzen Bescheid weiß, sitzt an einem der wichtigsten Hebel der Landespolitik. Als Finanzreferent ist Landeshauptmann Markus Wallner auf die Expertise seiner Verwaltung angewiesen – und damit auch auf jene von Barbara Kubesch. Sie gehört zu jenen Personen, die selten öffentlich auftreten, hinter den Kulissen aber maßgeblich daran mitwirken, wie Politik in Vorarlberg tatsächlich gestaltet wird.
Thomas D. Trummer leitet seit elf Jahren das Kunsthaus Bregenz und hat in dieser Zeit wesentlich dazu beigetragen, den Rang des Hauses als international beachtete Institution für Gegenwartskunst zu sichern. Der in Bruck an der Mur geborene Kunsthistoriker verfügt über eine eindrucksvolle internationale Laufbahn, die ihn unter anderem an die Österreichische Galerie Belvedere in Wien, an das Aldrich Contemporary Art Museum in Ridgefield und zum Siemens Arts Program nach München führte. Am KUB setzte Trummer früh markante Akzente und holte bedeutende Künstlerinnen und Künstler wie Adrián Villar Rojas, Miriam Cahn oder Anne Imhof nach Vorarlberg. Damit stärkte er die internationale Ausrichtung des Hauses und trug dazu bei, das Kunsthaus Bregenz im europäischen Ausstellungsbetrieb sichtbar zu halten. Zuletzt jedoch blieb die öffentliche Strahlkraft seiner Arbeit hinter der früherer Jahre zurück. Aufsehenerregende Ausstellungen, die weit über die Fachwelt hinaus Debatten auslösen, waren weniger wahrnehmbar; auch im kulturpolitischen oder gesellschaftlichen Diskurs trat Trummer kaum prägend in Erscheinung. Sein Einfluss bleibt unbestritten, doch im Vergleich zu anderen Persönlichkeiten fiel seine öffentliche Präsenz zuletzt deutlich geringer aus.
Walter Fink zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Stimmen des kulturellen Lebens in Vorarlberg. Als ehemaliger Leiter der Kulturabteilung des ORF Vorarlberg und langjähriger Kommentator der "Vorarlberger Nachrichten" hat er gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen im Land aufmerksam begleitet, eingeordnet und mitgestaltet. Bereits seit den 1970er-Jahren berichtete er über jene Strömungen, die das kulturelle Selbstverständnis Vorarlbergs nachhaltig veränderten, von der aufkommenden regionalen Bandszene über Debatten im Offenen Haus Dornbirn bis hin zu Veranstaltungen wie dem Wäldertrag. In seiner Zeit beim ORF Vorarlberg initiierte Fink mehr als 80 Ausstellungen und trug damit wesentlich dazu bei, heimischen Künstlerinnen und Künstlern Sichtbarkeit, Anerkennung und öffentliche Resonanz zu verschaffen. Seit 2022 steht Walter Fink als Präsident an der Spitze des Franz-Michael-Felder-Vereins. Damit setzt er sein langjähriges Engagement für die Pflege, Vermittlung und lebendige Weiterentwicklung der regionalen Kulturgeschichte fort.
Auch wenn es um ihn in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, zählt Dr. Adolf Concin seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im Vorarlberger Oberland. Der Bludenzer Rechtsanwalt und langjährige Landtagsabgeordnete (1997–2007) hat sich weit über seine juristische Tätigkeit hinaus ein dichtes Netzwerk in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufgebaut und gilt nach wie vor als einer der prägenden Machtfaktoren der Region. Der Bludenzer Bürgermeister Simon Tschann gilt als seine Erfindung. Als Rechtsanwalt ist Concin vor allem im Wirtschafts-, Gesellschafts- und Immobilienrecht tätig. Einfluss hat(te) er aber durch zahlreiche Funktionen in Aufsichtsräten, Vereinen und wirtschaftsnahen Organisationen. Er gilt als exzellenter Kenner regionaler Machtstrukturen und als jemand, der politische und wirtschaftliche Entwicklungen früh erkennt und mitgestaltet. Ehrenamtlich engagiert sich Concin u. a. im Kuratorium der Caritas Vorarlberg.
Dass Philipp Tomaselli erstmals auf dieser Liste erscheint, überrascht in der Branche kaum. Bei Tomaselli Gabriel Bau steht er an der Spitze eines Unternehmens, das an zahlreichen bedeutenden Bauprojekten im Land beteiligt ist. Gleichzeitig hat Tomaselli in den vergangenen Jahren sein unternehmerisches Netzwerk konsequent erweitert. Beteiligungen in den Bereichen Holzbau, Bodenverlegung, Installation, Innenausbau, Sanierung und Steinmetzarbeiten sorgen dafür, dass heute große Teile der Wertschöpfungskette unter einem Dach zusammengeführt werden können. Während die Branche insgesamt mit schwierigen Rahmenbedingungen kämpft, setzt Tomaselli auf Wachstum und Diversifikation.
Bernhard Ölz hat die Entwicklung des Familienunternehmens über Jahrzehnte geprägt und zählt zu den bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten des Landes. Operativ hat er sich inzwischen weitgehend zurückgezogen und die Verantwortung an ein Führungsteam übergeben. Dennoch bleibt sein Einfluss als Eigentümer ungebrochen. Ölz hat immer wieder bewiesen, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung kein Widerspruch sein müssen. Die Marke Ölz prägt das Bild Vorarlbergs weit über die Landesgrenzen hinaus.
Helmut Kuëss hat die Vorarlberger Architektur- und Stadtentwicklung mitgeprägt, ohne dabei je die große öffentliche Bühne zu suchen. Über Jahrzehnte hinweg hat er mit ruhiger Konsequenz zahlreiche Projekte mitgestaltet, die das Bild von Städten und Ortszentren im Land nachhaltig verändert haben. Sein architektonisches Schaffen reicht von Wohn- und Kulturbauten bis hin zu komplexen städtebaulichen Planungen und zeichnet sich durch eine starke regionale Verankerung sowie einen sensiblen Umgang mit gewachsenen Strukturen aus. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten zählt die Sanierung des Vorarlberger Landestheaters in Bregenz in den Jahren 1993 bis 1995, bei der das Kleine Haus als zusätzliche Spielstätte integriert wurde. Auch der gemeinsam mit Gerhard Hörburger, Wolfgang Ritsch und Norbert Schweitzer entwickelte Wohnpark Sandgrubenweg in Bregenz wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt bis heute als beispielhaftes Wohnbauprojekt. Darüber hinaus war Kuëss maßgeblich an der Entwicklung des Masterplans für die Seestadt Bregenz beteiligt. Mit klaren Positionen setzte er sich dabei für eine realistische und städtebaulich ausgewogene Entwicklung ein und prägte die Diskussion um die Zukunft urbaner Räume in Vorarlberg entscheidend mit.
Michael Grahammer hat bewiesen, dass Einfluss nicht zwingend an eine operative Spitzenfunktion gebunden ist. Nach seiner Zeit an der Spitze der Hypo Vorarlberg hat er sich als Berater und Aufsichtsrat neu positioniert und wird von zahlreichen Unternehmern als Sparringspartner geschätzt. Als Partner bei BDO begleitet er Unternehmen in wichtigen strategischen Fragen; gleichzeitig bringt er seine Expertise in verschiedenen Kontroll- und Aufsichtsfunktionen ein. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind erfahrene Finanzexperten gefragt, die Entwicklungen einordnen und Risiken bewerten können. Grahammer zählt zu jenen Persönlichkeiten, deren Rat gesucht wird, wenn wichtige Entscheidungen anstehen.
Valentin Drexel gehört zu jener Generation, die Verantwortung nicht einfach geerbt, sondern Schritt für Schritt übernommen hat. Obwohl der Sohn von Guntram Drexel aus einer der Gründerfamilien von Spar stammt, führte ihn sein Weg über unterschiedliche Stationen innerhalb des Konzerns bis in die heutige Führungsrolle. Inzwischen verantwortet der Lustenauer zentrale Expansionsprojekte und gestaltet damit die zukünftige Entwicklung eines der wichtigsten Handelsunternehmen des Landes maßgeblich mit. Gerade weil Spar in Vorarlberg weiter wächst und zahlreiche Projekte umsetzt, rückt seine Rolle zunehmend ins Blickfeld. Im Ehrenamt engagiert sich Valentin Drexel als Sportvorstand bei seinem Heimatverein Austria Lustenau.
Michael Diem hat als Führungspersönlichkeit im Hintergrund entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Bregenzer Festspiele so erfolgreich entwickeln konnten. Der 1970 in Dornbirn geborene Betriebswirt arbeitet seit 1997 für das Festival, zunächst als Controller, seit 2008 als kaufmännischer Direktor. Heute verantwortet er Finanzen, Organisation und strategische Entwicklung einer Institution, die kulturell, touristisch und wirtschaftlich zu den bedeutendsten Aushängeschildern Vorarlbergs zählt. Während Intendanz und Präsidium stärker öffentlich wahrgenommen werden, liegt bei Diem ein großer Teil jener Arbeit, die den Festivalbetrieb überhaupt ermöglicht: Budgetplanung, wirtschaftliche Steuerung, langfristige Absicherung, Verhandlungen, Personal- und Organisationsfragen sowie die Balance zwischen künstlerischem Anspruch und finanzieller Realität. Seine Bedeutung wurde zuletzt besonders sichtbar, weil die Bregenzer Festspiele trotz hoher Nachfrage und starker Auslastung unter steigendem Kostendruck und gekürzten Subventionen stehen. Diem trat dabei als jene Stimme auf, die nüchtern auf die wirtschaftlichen Grenzen hinweist und klarmacht, dass internationale Strahlkraft, große Opernproduktionen und regionale Wertschöpfung dauerhaft solide finanziert werden müssen. Zusätzlich ist Diem kaufmännischer Geschäftsführer der Festspiel- und Kongresshaus GmbH. Seine erstmalige Reihung im Ranking begründet sich daher nicht durch öffentliche Prominenz, sondern durch strukturellen Einfluss: Michael Diem sorgt dafür, dass eines der wichtigsten Kulturunternehmen des Landes wirtschaftlich handlungsfähig bleibt.
Hannes Hagen setzt seit Jahrzehnten als Gestalter, Vermittler und Impulsgeber wichtige Akzente in der Vorarlberger Musik- und Veranstaltungsszene. Seine ersten Erfahrungen sammelte er bereits Ende der 1990er-Jahre im Kultur- und Jugendverein "Szene Lustenau", wo er sich ehrenamtlich engagierte und früh ein Gespür für Konzertorganisation und kulturelle Entwicklungen entwickelte. In den folgenden Jahren etablierte er sich als einer der bedeutendsten Konzertveranstalter Österreichs. Mit der Übernahme des Szene Openairs formte Hagen das Festival zu einem der wichtigsten Musikevents des Landes. Mit inzwischen mehr als 20.000 Besucherinnen und Besuchern gilt das Openair heute als größte Musikveranstaltung Westösterreichs und als wesentlicher Impulsgeber für das kulturelle und touristische Leben Vorarlbergs. Seit Mitte der 2000er-Jahre leitet Hagen zudem den Club Conrad Sohm in Dornbirn, der sich unter seiner Führung zu einem zentralen Treffpunkt der regionalen Livemusikszene entwickelt hat. Mit seiner Veranstaltungsagentur bringt er regelmäßig nationale und internationale Künstler nach Vorarlberg und trägt damit wesentlich zur kulturellen Vielfalt, zur überregionalen Wahrnehmung des Landes und zu wirtschaftlichen Impulsen bei.
Dass Bludenz am Rand des Landes liegt, zeigt sich auch am medialen Scheinwerferlicht. Es fällt seltener auf die Alpenstadt als auf das Rheintal. Für Bürgermeister Simon Tschann ist das Fluch und Segen zugleich: Weniger Aufmerksamkeit bedeutet weniger Bühne, aber auch weniger ständige Beobachtung. Zuletzt stand Tschann dennoch im Fokus – allerdings aus unangenehmem Anlass. Nach einem Bauprojekt musste er sich wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten. Die Sache ist noch immer nicht ausgestanden, gerade bekämpft seine Verteidigung eine Verurteilung mit Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde. Politisch ist Tschann erfolgreich. Er verteidigte den ÖVP-Bürgermeistersessel in Bludenz trotz der widrigen Umstände eindrucksvoll und gilt in der Landespartei weiterhin als mögliche Personalreserve. Leise, hinter vorgehaltener Hand, fällt sein Name immer wieder, wenn es um die Frage geht, wer Markus Wallner eines Tages an der Spitze der Partei – und womöglich des Landes – nachfolgen könnte. Der Prozess hat Tschann zwar geschadet, aus dem Machtgefüge der Vorarlberger ÖVP verschwunden ist er deshalb aber nicht.
Guido Flatz gehört nicht zu jenen Politikern, die regelmäßig mit großen Schlagzeilen auffallen. Sein Einfluss entsteht vielmehr dort, wo kommunale Interessen auf Landespolitik treffen. Als Bürgermeister von Doren und Landtagsabgeordneter kennt er beide Ebenen aus erster Hand. Gleichzeitig bringt er als stellvertretender Obmann der Regio Bregenzerwald die Anliegen einer ganzen Region in wichtige Entscheidungsprozesse ein. Flatz versteht sich dabei vor allem als Brückenbauer. Sein Ziel ist es, dass Gemeinden gegenüber dem Land nicht ins Hintertreffen geraten, ohne dabei in ein Gegeneinander zu verfallen. Vielmehr setzt er auf Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungen. Gerade in Zeiten knapper Budgets und wachsender Anforderungen an die Kommunen gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Sein Einfluss mag weniger sichtbar sein als jener mancher Spitzenpolitiker, für viele Gemeinden und den Bregenzerwald ist er dennoch ein wichtiger Ansprechpartner und Interessenvertreter. Sein Engagement zeigt sich vor allem bei regionalen Zukunftsfragen. Ob Infrastruktur, Mobilität oder touristische Entwicklung: Dass Projekte wie der Achtalweg oder die Wälderhalle bislang nicht umgesetzt wurden, zeigt zugleich aber auch, wie anspruchsvoll es ist, regionale Vorhaben über längere Zeit politisch zu verankern und voranzutreiben.
Dr. Wilhelm Klagian zählt zu den bekanntesten Wirtschaftsanwälten Vorarlbergs. Der gebürtige Dornbirner ist Mitgründer der Dornbirner Wirtschaftskanzlei SKBGL und spezialisiert auf Gesellschafts-, Stiftungs- und Insolvenzrecht sowie Unternehmensübernahmen. Klagian gilt als einflussreicher Jurist, der vor allem dann in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, wenn es um große Vermögen, Unternehmenskrisen oder komplexe Eigentumsfragen geht. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit bekleidet Klagian zahlreiche Funktionen in Aufsichtsräten und Stiftungen, unter anderem bei der Vorarlberger Landes-Versicherung und der PRISMA Holding. Er gilt als gut vernetzter Berater von Familienunternehmen und Vermögensstiftungen. Öffentlich in Erscheinung tritt Klagian meist bei wirtschaftlich oder politisch brisanten Verfahren. In den vergangenen Jahren vertrat er die Eigentümer der Alpe Krähenberg im Konflikt mit Behörden und Politik. Zuletzt war er als Vertreter der Familie Waldburg-Zeil in der Causa um das Schloss Glopper in Hohenems und die drohende Zwangsversteigerung medial präsent. Zudem fungierte Klagian bei mehreren Großinsolvenzen als Masseverwalter, darunter bei der Bertsch Energy GmbH, einer der größten Unternehmenspleiten Vorarlbergs.
Zwischen wachsendem Kostendruck und dem Anspruch auf echte Teilhabe ist Michaela Wagner-Braito eine wichtige sozialpolitische Stimme. Seit 2012 steht sie als Geschäftsführerin an der Spitze der Lebenshilfe Vorarlberg; heute begleitet die Organisation fast 1000 Menschen mit Behinderungen an 60 Standorten – getragen von rund 850 Mitarbeitenden und 230 Ehrenamtlichen. Die gebürtige Wienerin verbindet als ehemalige Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Vorarlberg wirtschaftliche Erfahrung mit konsequenter sozialpolitischer Haltung. Im vergangenen Jahr musste Wagner-Braito vor allem Krisenfestigkeit beweisen: Die Lebenshilfe Vorarlberg war 2025 mit von der Landesregierung geforderten Kürzungen von 1,7 Millionen Euro konfrontiert – mit Folgen für Betreuung, Angebote, Standorte und Investitionen. Gleichzeitig schärfte sie den öffentlichen Blick für die Folgen politischer Sparmaßnahmen und warnte, das soziale Netz im Land werde löchrig. 2026 setzte die Lebenshilfe unter ihrer Führung weitere Akzente: mit neu gewählten Selbstvertretern, der Forderung nach "Lohn statt Taschengeld" und mehr Tempo bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Wagner-Braito bleibt damit eine Managerin unter Druck und eine unbeirrbare Anwältin von Teilhabe und Selbstbestimmung.
Die Architektur von Marte Marte ist fest in Vorarlberg verwurzelt und hat zugleich längst internationale Aufmerksamkeit erlangt. Bernhard und Stefan Marte stehen für eine Haltung, die auf formale Präzision, skulpturale Kraft und eine konsequente Reduktion setzt. Ihre Bauten wirken nie beiläufig, sie treten als klar gesetzte Zeichen in Erscheinung, als konzentrierte Eingriffe in Landschaft, Stadt und Raum. Ob Schanerlochbrücke bei Dornbirn, Landesgalerie Niederösterreich in Krems oder zahlreiche weitere Projekte: Das Werk der Marte-Brüder verbindet eine beinahe archaische Materialpräsenz mit großer räumlicher Disziplin. Beton, Masse, Licht und Leere werden bei ihnen nicht dekorativ eingesetzt; vielmehr entstehen daraus Baukörper von starker physischer Wirkung und hoher konzeptioneller Klarheit. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Büro auch durch den sensiblen Umbau von Hitlers Geburtshaus in Braunau. 2020 entschieden Marte Marte den Architekturwettbewerb für sich und setzten sich dabei gegen namhafte Konkurrenz durch. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Architektur mit historisch belasteten Orten umgehen kann, ohne sich in Symbolik zu verlieren. 2026 soll dort die Polizei ihre neuen Räume beziehen. Das Büro, ursprünglich in Weiler gegründet und heute in der Alten Dogana in Feldkirch beheimatet, beschäftigt rund 30 Mitarbeitende und wurde vielfach ausgezeichnet. Stefan Marte ist seit 2005 Präsident des Vorarlberger Architektur Instituts.
Bernardo Bader zählt zu jenen Vorarlberger Architekten, die das regionale Bauen als lebendige, zeitgenössische Haltung verstehen. Der Krumbacher steht für eine Architektur, die aus dem Ort heraus denkt, alte Bautraditionen ernst nimmt und sie zugleich in eine klare, heutige Formensprache übersetzt. Historische Bausubstanz wird bei ihm nicht billig kopiert; vielmehr geht es darum, die Haltung früherer Generationen in die Gegenwart zu übertragen. Dabei setzt Bader konsequent auf die Qualität regionaler Handwerksbetriebe. Seine Architektur lebt von Materialbewusstsein, Präzision und einer engen Beziehung zwischen Entwurf, Ausführung und landschaftlichem Kontext. Dieser Ansatz eines kritischen Regionalismus zeigt sich in Projekten wie der Kapelle Salgenreute oder dem Haus am Moor, die weit über Vorarlberg hinaus Beachtung fanden. Auch institutionell prägt Bader die Baukultur. Seit 2023 leitet er die Meisterklasse für Architektur und Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München. Mit besonderen Projekten hat sich Bader zudem auf neues Terrain gewagt. Für den Islamischen Friedhof in Altach erhielt er 2013 den renommierten Aga Khan Award for Architecture. Im Juli 2025 wurde schließlich das Lustenauer Reichshofstadion nach seinem Entwurf eröffnet, geprägt von vier markanten Sichtbeton-Flutlichtmasten.